SG SV EK Veilsdorf/Heßberg II vs. SV 1920 Mupperg

8:9 n. E. (2:0; 3:3; 4:4)

 

Von Toni Hopf

 

10 Mupperger gewinnen Pokalkrimi in Veilsdorf

 

Veilsdorf – Bereits nach dem Sieg in der Vorwoche gegen die SG 1951 Sonneberg II war klar, dass die Mupperger in der 1. Runde des Kreispokals große personelle Probleme bekommen würden. Schon gegen die SG hatte Coach Falk Wohlleben nur 11 Spieler zur Verfügung, urlaubsdingt fielen nun Kapitän Maximilian Wohlleben und Robin Beckert aus. Dazu gesellte sich Mahdi Mohammadi, der sich am vergangenen Wochenende am Knie verletzte. Da die Mupperger verletzungsbedingt aktuell sowieso große Sorgen haben (6 Spieler fehlen zurzeit verletzt), war es großes Glück, dass Anas und Asaad Alagha in Veilsdorf ihr Saisondebüt geben konnten. Dennoch mußten die Unterländer die Partie mit nur 10 Spielern beginnen – doch die Vergangenheit lehrte bereits, dass man die Mupperger aufgrund dessen nicht abschreiben sollte.

Die Partie begann dann verhalten, Ziel der Gäste war es vorrangig, hinten sicher zu stehen und auf Kontersituationen zu lauern. Dies gelang beinahe vorzüglich, als Frank Täubert auf seiner rechten Außenbahn klasse geschickt wurde. Doch er sah den besser positionierten Hopf vorm Tor nicht und scheiterte am Torhüter. In der Folge hatten die Hausherren natürlich klare Feldüberlegenheit, die Gäste überließen ihnen den Ball und attackierten sie erst einige Meter vorm eigenen Sechzehner. Nachdem es dem Mupperger Abwehrverbund allerdings nicht gelang einen Ball entscheidend zu klären, war plötzlich ein Veilsdorfer Angreifer frei vorm Tor und konnte zur Führung einlochen – 1:0 (16.). Im weiteren Spielverlauf hatten die Hausherren häufig die Möglichkeit die Führung auszubauen. Doch selbst beste Chancen ließen sie aus und scheiterten dabei am Mupperger Keeper Fabian Wicklein, der sich besonders nach der Halbzeit mit mehreren Paraden auszeichnen konnte, dem Aluminium oder an den eigenen Nerven. Kurz vorm Halbzeitpfiff eroberte der Kapitän der Kreisoberligamannschaft, Felix Urban, den Ball im Mittelfeld. Auf seinem Lauf über das gesamte Spielfeld wurde er von keinem Gegenspieler attackiert und man ließ ihm am Strafraum angekommen auch noch die Zeit sich eine Ecke auszusuchen – 2:0 (44.). Mit diesem Ergebnis ging es wenig später in die Kabinen.

Muppergs Coach Falk Wohlleben appellierte an die Moral seiner Jungs und stellte für die zweite Hälfte um. Kapitän Andreas Löffler wurde in die vorderste Front beordert, ein Schachzug der sich noch als sehr förderlich herausstellen sollte.

Doch die zweite Hälfte begann denkbar ungünstig für die Gäste. Aus einem eigenen Einwurf heraus landete der Ball beim Gegner, der reaktionsschnell Urban auf die Reise schickte, der alleine vorm Tor abermals erhöhte – 3:0 (48.). Man mußte nun ein großer Optimist sein, um noch etwas auf die Gäste zu setzen. Doch praktisch im Gegenzug war Andreas Löffler plötzlich ebenfalls alleine auf dem Weg zum Tor und vollendete ebenso abgeklärt wie Sekunden zuvor auf der anderen Seite – 3:1 (51.). Noch wagte hier niemand an eine Aufholjagd zu denken, doch die Gäste gaben nicht auf. Nach einem abgewehrten Eckball landete der Ball vor den Füßen von Frank Täubert, der den Ball nun nahe der Grundlinie volley mit dem Außenrist ins Tor schoß, ein klasse Tor – 2:3 (56.). Jetzt ging spürbar ein Ruck durch die Reihen der Gäste und auch die Partie entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Schlagabtausch. Die Hausherren hatten alleine in der letzten halben Stunde zwei Aluminiumtreffer, doch auch die Gäste hatten ein, zwei Möglichkeiten zum Ausgleich. Dieser fiel Minuten vor dem Ende nach dem altbekannten Muster. Martin Coburger behauptete den Ball im Mittelfeld und schickte Frank Täubert abermals auf die Reise, seine Eingabe konnte Andreas Löffler in aller Ruhe verwerten – 3:3 (84.). Unglaublich, doch die Geschichte war hier noch lange nicht beendet. In den verbleibenden Minuten kamen die Zuschauer allerdings etwas zur Ruhe, bis zum Abpfiff passierte auf beiden Seiten nichts mehr.

Verlängerung also. Auf Seiten der Gäste war das Erreichen dieser, aufgrund der Unterzahl und des Spielverlaufes, bereits als großer Erfolg aufgefasst worden – die Verlängerung war nun im wahrsten Sinne für sie einfach eine Zugabe.

Diese verlief in der ersten Hälfte eher zäh, beide Teams konnten sich hier kaum Vorteile erspielen, doch die zweite Hälfte begann erneut denkbar ungünstig. Ein Veilsdorfer Angreifer tankte sich durch die Mupperger Abwehrkette und vollendete zur vermeintlichen Vorentscheidung – 4:3 (106.). Mit dem Mute der Verzweiflung rannten die Gäste nochmals an. Andreas Löffler hatte Pech, als er sich schön über links durchsetzte, sein Knaller allerdings vom Lattenkreuz ins Aus sprang. Das Glück schien nun aufgebraucht. Dann die letzte Szene der Partie. Muppergs Kapitän wurde zentral vorm Tor nochmals unsanft von den Beinen geholt. Den folgenden Freistoß jagte er mit aller Gewalt aufs Tor der Hausherren, Kevin Friedrich fälschte die Kugel ab, sodass diese vor den Füßen vom aufgerückten Martin Coburger landete, der den Ball mit aller Gewalt aus der Drehung in die lange Ecke schoß – 4:4 (118.). Unfassbarer Jubel bei den Gästen, die sich alle auf den Torschützen stürzten. Nur Sekunden später pfiff Schiedsrichter Günter Förtsch ab und die Partie mußte in der nervenaufreibenden Lotterie des Elfmeterschießens entschieden werden.

Die Mupperger begannen und Abwehrboss Thomas Löffler verwandelte seinen Elfmeter sicher. Auch sein Veilsdorfer Pendant verwandelte. Als nächster war Muppergs Kapitän Andreas Löffler an der Reihe. Er, der durch seinen unermüdlichen Einsatz über 120 Minuten seine Mannschaft erst in dieses Elfmeterschießen geführt hatte, hatte nun Pech. Sein Schuß rutschte unter dem Oberkörper des Veilsdorfer Keepers hindurch und blieb auf der Linie liegen. Die Hausherren hatten nun die Möglichkeit erstmals im Elfmeterschießen in Führung zu gehen und sie nutzten diese Chance. Auf Mupperger Seite trat nun Martin Coburger an. Durch seinen Treffer kurz vor Ultimo gab es erst dieses Elfmeterschießen. Er verwandelte seinen Elfmeter, doch auch die Veilsdorfer zogen abermals nach. Nun war Frank Täubert an der Reihe. Mit dem bis hierher sichersten Elfer hielt er die Chancen bei den Gästen am Leben, doch wieder zogen die Hausherren nach und es nahte die Entscheidung. Muppergs letzter Schütze war nun Toni Hopf. Sollte er verschießen, wäre die Partie beendet – doch er behielt die Nerven und traf. Nun lag es an Muppergs Keeper Fabian Wicklein, und tatsächlich! Der letzte Schütze der Hausherren scheiterte am Mupperger Keeper! Erneut kamen die Mupperger im letzten Moment noch einmal weiter. Doch nun passierte kurioses. Schiedsrichter Günter Förtsch hatte beide Mannschaften bereits vorm Elfmeterschießen informiert, dass er nach den ersten fünf Schützen jeder Mannschaft erneut diese antreten lassen wird. Laut gängiger Fußballregel geht das Elfmeterschießen ja aber mit den verbleibenden Spielern weiter. Muppergs Thomas Löffler hatte bereits seinen zweiten Elfer verwandelt als plötzlich große Diskussionen um den Sportplatz aufkamen. Ein Veilsdorfer Zuschauer ging dabei auf den Schiedsrichter los und auch der anwesende KFA-Vorsitzende Dittmar Börner hielt eine Unterredung mit dem Schiedsrichter. In Folge dessen ging das Elfmeterschießen nun regelkonform weiter. Nächster Schütze der Unterländer war der erst 18-jährige Oliver Pfeifer. Unkonventionell jagte er den Ball ins linke Eck und brachte die Gäste in Führung. Bei den Hausherren trat nun der Torhüter an. Sein Schuß allerdings verfehlte das Tor und löste großen Jubel auf Seiten der Gäste aus, die diese denkwürdige Partie damit nicht unverdient gewannen. Über die komplette Spielzeit gaben sie sich nie auf und glaubten an ihre Chance. Glück und dieser Glaube waren am Ende der Garant für diesen spektakulären Sieg, der den Unterländern am nächsten Sonntag ein wahres Highlight, ein Derby zuhause gegen Neuhaus-Schierschnitz, einbringt.

Respekt, Jungs und Glückwunsch zur dieser großen Leistung!


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Veilsdorf/Heßberg II: Jonathan Morgenroth (45. Daniel Koch); Christian Möller, Martin Fischer, Norman Söffler (79. Ronny Popp), Michael Hoffmann (105. Lukas Heinkel), Alexander Wirsing, Steven Brandt (ab 45. Torhüter), Mathias Eberhardt (MK – 105. Peter Knittel), Willi Kraußer, Felix Urban, Jan Börner

 

SV 1920 Mupperg: Fabian Wicklein; Thomas Löffler, Oliver Pfeifer, Asaad Alagha, Kevin Friedrich, Andreas Löffler (MK), Anas Alagha, Frank Täubert, Toni Hopf, Martin Coburger

 

Tore: 1:0 Martin Fischer (16.), 2:0 Felix Urban (44.), 3:0 Felix Urban (48.), 3:1 Andreas Löffler (51.), 3:2 Frank Täubert (56.), 3:3 Andreas Löffler (84.), 4:3 Alexander Wirsing (106.), 4:4 Martin Coburger (118.)

 

Elfmeterschießen: 4:5 Thomas Löffler, 5:5 Felix Urban, Steven Brandt halt Strafstoß von Andreas Löffler, 6:5 Daniel Koch, 6:6 Martin Coburger, 7:6 Michael Hoffmann, 7:7 Frank Täubert, 8:7 Ronny Popp, 8:8 Toni Hopf, Fabian Wicklein hält Strafstoß von Martin Fischer, 8:9 Oliver Pfeifer, Steven Brandt verschießt Strafstoß

 

Schiedsrichter: Günter Förtsch (Frankenblick)

Zuschauer: k. A.

1 4 8 1 5 8
Vorschau: 1. Kreisklasse

SC 09 Effelder II vs. SG Mupperg/Rottmar

So., 25.08.2019 | Anstoß: 13:00 Uhr





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Letztes Update: 22.08.2019 08:49

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27.08.
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28.08.
Hans-Jürgen Neuwirth [68 Jahre]