Angemerkt

Pippi Langstrumpf

 

Von Thomas Sprafke

  

Tiefpunkt" in 30 Jahren TFV, „Wild-West"-Methoden, „Erpressung" oder gar „Erinnerung an DDR-Zeiten": Die Reaktionen zweier langjähriger KFA-Chefs aus dem Süden Thüringens lassen mehr als nur erahnen, wie tief die Gräben zwischen der Verbandspitze in Erfurt und der Fußball-Provinz während der Entscheidungsfindung zur Fortführung oder zum Abbruch der Saison aufgegangen sind. Viele Funktionäre, Übungsleiter oder Spieler an der Basis denken gewiss ähnlich, wenngleich das Ergebnis der Abstimmung eine völlig andere Sprache spricht. Dass dies nun sogar öffentlich angezweifelt wird, spricht Bände. Mehr Transparenz seitens des Verbandes wäre hier hilfreich gewesen. Die Empörung ist verständlich. Erst mit Ignoranz und dann mit gezielter Meinungsmache beeinflusste die TFV-Führung im Vorfeld das Resultat. Die schwammige Rechtssicherheit nun als einen der Gründe für die Fortführung zu nennen, ist fadenscheinig. Schließlich dürfte die Mehrzahl der 21 Landesverbände die Fußball-Saison alsbald abbrechen, zudem haben alle anderen Spielsportarten ihre Spielzeit bereits unfreiwillig beenden müssen.

 

Was lief falsch?

Bei internen Umfragen vor rund drei Wochen unter den Vertretern der vier oberen Spielklassen und den neun KFA votierte noch eine Mehrheit von rund 70 Prozent für einen vorzeitigen Saisonabbruch. Das allein hätte zur Legitimation genügt. Dennoch bat der TFV nun seine Vereine am Wochenende zur Online-Abstimmung an die Computer. Aber nicht allein mit der Vorgabe, entweder für Fortführung oder Abbruch zu stimmen, sondern mit einer klaren Präferenz zur Fortsetzung ab 1. September. Das sogenannte Webinar am Samstag mutierte komplett zum Werbeminar. Und: Hätte die Mehrheit der Vereine für einen Abbruch plädiert, hätte der TFV-Vorstand schon bei seiner Videokonferenz am gestrigen Abend oder später bei einem außerordentlichen Verbandstag das Votum wieder kassieren können. Getreu dem Pippi-Langstrumpf-Motto: Ich mach mir die Welt, wie/bis sie mir gefällt. Immerhin: Die nervende Ungewissheit für Zehntausende Kicker in Thüringen hat nun ein Ende. Nicht aus der Welt sind aber die Zwistigkeiten unter den Funktionären. Mit seinem selbstherrlichen Vorgehen, bei dem Demokratie vorgegaukelt, aber nicht praktiziert wurde, hat sich die TFV-Spitze einen Bärendienst erwiesen. Die Wogen wieder zu glätten, könnte länger dauern als die Coronakrise.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 6.5.2020

 

Fußball-Thüringen spielt weiter

 

Keine überwältigende Mehrheit, dennoch über die Hälfte aller gültig abgegebenen Stimmen votiert dafür, die Saison im Thüringer Fußballverband ab 1. September fortzusetzen. Nicht widerstandslos.

 

Von Lars Fritzlar und Carsten Jentzsch

 

Erfurt – Für manche mag es nachvollziehbar sein, für andere nicht – die Saison 2019/2020 im Hoheitsgebiet des Thüringer Fußballverbandes (TFV) wird, sofern es die Corona- Pandemie zulässt, ab 1. September fortgesetzt. Das ist zumindest das Ergebnis einer Abstimmung, die der TFV bis zum Montag, 19 Uhr, unter seinen Mitgliedsvereinen durchgeführt hatte.

Zunächst die nackten Zahlen: Von den 737 im TFV aktiven Vereinen hätten, so verriet gestern Pressesprecher Hartmut Gerlach auf der Homepage des Verbandes, 81 Prozent teilgenommen, wobei jeder Verein nur eine Stimme hatte. „Nach gründlicher Überprüfung stellte sich heraus, dass 585 Stimmen gültig sind. Von denen sind 340 (58,12 %) Vereine dem TFV-Vorschlag gefolgt. ... 245 Vereine (41,88 %) waren dagegen", ist nachzulesen. Der TFV-Vorschlag hatte bekanntlich vorgesehen, die aktuelle Saison 2019/2020 bis zum 31. August auszusetzen und, wenn es die behördlichen Verordnungen erlauben, ab 1. September fortzusetzen. Auf einer erweiterten TFV-Präsidiums- Konferenz mit allen Chefs der neun Kreisfachausschüsse (KFA) votierten am Dienstagabend insgesamt 16 der 19 Anwesenden für eine Verlängerung der Saison. Zudem sprachen sich sieben der neun KFA dafür aus, den Nachwuchs dieser Regelung unterzuordnen.

 

Am Dienstag zeigte sich TFV-Präsident Dr. Wolfhardt Tomaschewski überrascht. „Da über 80 Prozent an der Umfrage teilnahmen, haben wir ein aussagekräftiges Ergebnis bekommen. Es wäre aber auch okay gewesen, wenn die Vereine das nicht gewollt hätten", meinte er und betonte: „Jetzt wissen wir, in welche Richtung wir uns begeben. Allerdings müssen jetzt auch noch jede Menge Details geklärt werden." Dass allerdings der TFV innerhalb des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) bisher als einziger Landesverband die Saison fortführt, ist für ihn eine Katastrophe, doch es „war leider nicht möglich, unter den Präsidenten im DFB eine einheitliche Lösung zu finden", erklärt er.

 

Die Reaktionen der Basis auf dieses Votum sind, wie zu erwarten war, ebenso unterschiedlich. Beispielsweise sieht Mario Lochmann, Trainer beim Landesklasse-Vertreter FSV 06 Eintracht Hildburghausen, dass „die Saisonfortsetzung die beste von allen möglichen Lösungen ist." Jedes Team habe nun die Möglichkeit, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen. „Ich teile generell im Leben die Auffassung, dass man das, was man angefangen hat, auch zu Ende bringen sollte", erklärt er. Die Befürchtungen anderer Fußballkollegen, dass sich die Aufgebote aufgrund von Vereinswechseln im Sommer verändern würden und Wettbewerbsverzerrung zur Folge hätten, kann er nicht vollends teilen. „Bis zur Landesliga sehe ich da, ehrlich gesagt, kein Problem. Und ich denke, dass sich Spieler da auch selbst hinterfragen sollten, ob man in dieser Situation, die keiner von uns wollte, nicht doch so viel Loyalität an den Tag legt, dass man eben noch nicht wechselt. Das ist letztlich auch eine Charakterfrage." Auch die Sorge, dass die Saison zum Großteil bereits Ende 2020 beendet ist, hält der Trainer für unbegründet. „Ich glaube nicht, dass wir dann schon durch sind", sagt er und spielt dabei auf mögliche Unterbrechungen aufgrund einer weiteren Infektionswelle an. „Es kann auch keiner garantieren, dass es im September schon wieder losgeht", so der 52-Jährige.

 

Thomas Philipsen, Vorsitzender des KFA Westthüringen, kann mit dem Ergebnis leben. „Ich habe mir ein halbwegs eindeutiges Ergebnis gewünscht. Und dieses hier ist besser als 51:49 Prozent. Es ist eindeutig genug, um in eine Richtung zu gehen", meint der in Hochheim (Nessetal) beheimatete KFA-Chef. Mehrheitlich habe man sich intern für eine Fortsetzung ausgesprochen, weil „wir eine Chance sehen, eine Saison überhaupt gescheit beenden zu können und nicht in eine Ungewissheit hineinschlittern, möglicherweise die nächste Saison auch noch vorzeitig beenden zu müssen. Dann stünden wir nämlich zweimal vor einem Scherbenhaufen." Für Philipsen hätte es aber bei allen möglichen Varianten (Fortsetzung, Annullierung, Abbruch) Für und Wider gegeben, ob das rechtliche Unsicherheiten oder Klasseneinteilungen betrifft.

 

„Wer hat ausgezählt?"

Die Zahlen der TFV-Umfrage sagen aber auch klar: Kein unwesentlicher Teil der Stimmberechtigten war für einen Saisonabbruch, darunter auch Dittmar Börner, Vorsitzender des KFA Südthüringen. Schon vor der für gestern, 17.30 Uhr, anberaumten TFV-Telefonkonferenz versuchte Börner, nicht die Fassung zu verlieren und ruhig zu argumentieren.

„Ich werde heute dem Präsidium zu diesem grandiosen Wahlergebnis gratulieren." Sarkastisch spielt Börner auf das Webinar des TFV vom Samstag an, worauf er ja auch einen Offenen Brief verfasst hatte. Bei diesem Samstagstermin hätte der TFV nur seine eigene Variante (Fortsetzung der Saison) thematisiert, obwohl schon Anfang April fünf von neun KFA im TFV sowie zwei Drittel der Verbandsliga- und Landesklasse- Vereine nach einer Umfrage von Spielausschusschef Sven Wenzel für einen Saisonabbruch votiert hätten. Für Börner ist der jüngste Mehrheitsbeschluss kein echter. Er werde prüfen lassen, ob die Saison in „seinem" Amtsbereich (Südthüringen) trotzdem abgebrochen werden könne. Schließlich seien die KFA gemäß der TFV-Statuten für den Spielbetrieb in ihren Bereichen eigenverantwortlich zuständig. Das müsse man bei einem Kreisfußballtag klären – dann natürlich nur mit breiter Rückendeckung der Vereine.

 

Hans Hörnlein, Vorsitzender des KFA Rhön-Rennsteig, sprach schon am Montag von einer „absichtlichen Täuschung" der Vereine seitens des TFV. Am Dienstag, nach Bekanntgabe des Votums, fühlte sich der Suhler nur bestätigt. „Ziel des Verbandes ist von vorn herein eine Verlängerung der Saison gewesen." Schon das Webinar am 2. Mai liefere dafür klare Fakten. Schon die Überschrift („Der Vorstand des Verbandes hat sich für die Verlängerung der Saison ausgesprochen"), „beeinflusst das Meinungsbild der Vereinsvertreter ebenso wie die mehrfach geäußerte Androhung eines Außerordentlichen Verbandstages", meint Hörnlein und zählt die Nachteile einer Saisonverlängerung auf: „Mit der Verlängerung können sich keine neuen Spielgemeinschaften bilden. Viele Mannschaften verlieren junge Spieler durch Studium und Berufsausbildung." Dann rechnet er vor: Unsere Kreisoberliga muss neun Spieltage nachholen – bis Juni 2021. Die neue Saison bringt aber 26 Spieltage. Damit wird weniger Fußball gespielt, und die Fußballer laufen uns davon." Schlussendlich fragt Hörnlein nach: „Wer hat ausgezählt? Gab es dabei neutrale Personen?"

 

Und wie geht es nun weiter in Fußball- Thüringen?

Das vom TFV skizzierte Szenario mit Wiederaufnahme des Spielbetriebes ab 1. September könnte mit dem Landespokal-Halbfinale (4. bis 6. September) starten, das Finale würde dann im Zeitraum 2. Bis 4. Oktober zur Austragung kommen. Parallel dazu könnten auch Punktspiele bestritten werden. Alles unter der Maßgabe, dass dann die Corona- Pandemie hierzulande zumindest kein Thema mehr ist.

Eine Frage stellt sich außerdem noch: Was macht ganz Fußball-Thüringen, wenn im April 2021, zur schönsten Fußball-Zeit also, die Saison beendet ist? Erneut pausieren? 

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 6.5.2020

 

Börner übt Kritik am Thüringer Fußballverband

 

Erfurt – Bis Montagabend hatten die Vereine des Thüringer Fußballverbandes (TFV) die Möglichkeit, für die Annullierung der Saison, den Abbruch der Spielzeit oder die Saisonfortsetzung (eventuell bis Frühjahr 2021 und Ausfall der Saison 2020/ 21) zu stimmen. Ein Ergebnis will der Verband laut Thomas Münzberg, Geschäftsführer des TFV, frühestens am Dienstagabend verkünden. Zuvor hatte der Thüringer Fußballverband seine Vereine zu einem Webinar eingeladen und seinen Vorschlag, die Saison am 1. September fortzusetzen, erläutert. Doch die Veranstaltung sowie der vom Verband unterbreitete Vorschlag stießen auf harsche Kritik. In einem offenen Brief bezeichnet Dittmar Börner, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses (KFA) Südthüringen, die Veranstaltung als „Tiefpunkt" in 30 Jahren TFV.

 

Zudem ist von Unstimmigkeiten die Rede. Börner zufolge war die Veranstaltung nichts anderes als der Versuch, die Vereine in ihrer Meinung zu beeinflussen, um dem Vorschlag des Präsidiums und des Spielausschussvorsitzenden zuzustimmen. Es habe zuvor keinen Beschluss des Vorstandes gegeben. Zudem habe kein Vertreter, der für einen Abbruch votierte, Stellung beziehen können. „Hier bleibt die Demokratie auf der Strecke", heißt es. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im September sieht er als problematisch an. So habe die überwiegende Mehrheit der Mannschaften seit November 2019 kein Pflichtspiel mehr bestritten. Hinzu kämen personelle Veränderungen der Teams in den kommenden Monaten. „Die Unstimmigkeiten zwischen Präsidium sowie Spielausschuss und den Kreisfußballausschüssen, die in den letzten Jahren immer mehr offen auftraten, werden hiermit sicher noch verschärft", heißt es in dem Schreiben weiter.

 

Aus dem Kreis des KFA Südthüringen ist zudem zu hören, dass es sich bei einer nicht gerade unwesentlichen Anzahl der 456 Teilnehmer des Webinars um KFA-Funktionäre gehandelt habe. Man befürchte ein verzerrtes Bild und spielt dabei auf das Verfahren des Bayrischen Fußballverbandes in Sachen Saisonfortsetzung an. Auch hier gab es Kritik. So soll der Verband nur seine Meinung als Variante (Saisonfortsetzung) für die man mit ja oder nein stimmen konnte, zugelassen haben. Zudem sei die Abstimmung nicht aussagekräftig, heißt es. Immerhin sei eine große Zahl der bayrischen Vereine der Abstimmung ferngeblieben.

 

In Bayern soll die Saison ab September fortgesetzt werden. Ob im Nachbarbundesland ebenfalls, wird die Abstimmung zeigen. Cj

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 4.5.2020

 

SCL & Eichsfeld Mitte sehen Probleme bei Saisonfortführung

Nach dem Webinar des Thüringer Fußballverbandes am Samstag informierten die Verantwortlichen des SC Leinefelde 1912 und des JFV Eichsfeld Mitte die Trainer aller Altersklassen über den Inhalt.

Es ist noch anzumerken, dass den Verantwortlichen beider Vereine klar ist, dass nicht abzusehen ist, wann wir wieder Fußballspielen werden, jedoch sind sie gleichwohl irritiert über den Ablauf des Webinars. Wir werden diese Stellungnahme auch nutzen, um einen möglichen Lösungsweg aufzuzeigen. Alle befragten Trainer haben sich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen.

 

Als Dialog angekündigt, stellte sich die Schalte als eine Werbetour für das Szenario des Einfrierens der Saison mit der Fortführung ab September für uns dar. Wir können durchaus die Sichtweise der Verantwortlichen des Thüringer Fußball Verbandes verstehen, dennoch sind einige Argumente die angeführt wurden aus unserer Sicht nicht nachzuvollziehen.

 

Zum einen wurde die größere Planungssicherheit bei dieser Variante erwähnt. Jedoch gibt es mit jeder Entscheidung, auch mit einer Entscheidung zum Abbruch Planungssicherheit. Beim Abbruch sicher mehr für die Vereine als für den Verband. Auch die angekündigte, erwartete Klagewelle bei einem Abbruch können wir nicht folgen. Zum einen sollte man hier an den Fairplay Gedanken appellieren, zum anderen befinden wir uns in einer absoluten Ausnahmesituation, für die wir Sportler am wenigsten können und gerade in solch einer Situation sollten alle handelnden Personen zeigen, wozu der Fußball in der Lage ist.

Andere Fachverbände haben dies schon getan.Es ist auch richtig das sich der Verband Gedanken macht, wie es weitergehen kann. Der Westfälische Verband geht mit dem Beispiel des Abbruchs voran und nicht nur der! Sicher hat sich der bayrische Verband für die Variante entschieden, die jetzt vom TFV favorisiert wird, doch wir sehen hier vor allem große Probleme bei der Umsetzung im Nachwuchs.

Auch als Vorteil für das Einfrieren der Saison wurde genannt, dass es weniger Probleme mit Verträgen geben würde, ob mit Spielern, Sponsoren oder Trainern. Hierzu ist anzumerken, dass dies so nicht richtig ist. Die Verträge laufen bis zum 30. Juni eines Jahres. Diese müssten sowieso verlängert werden.

Und wenn man schon von einem Verlust redet, wird dieser bei der favorisierten Variante viel höher sein, da wir unseren Sponsoren nur eine halbe Saison anbieten können. Viel weniger Spiele sind die Folge.Wenn nach Abschluss der Saison im Winter oder Frühjahr der Pokalwettkampf beginnen soll, sehen wir ein nächstes Problem. Mannschaften die in der ersten Runde ausscheiden, schauen wieder monatelang zu, können maximal Freundschaftsspiele ohne Wettkampfcharakter austragen. Hier stellt sich die Frage: Wie sollen wir ein zweites Mal die Spieler ohne Ansporn weiter für den Fußball begeistern? Die Vereine sind froh, wenn nach der jetzigen Pause alle Spieler wieder zurückfinden.

Im Männerbereich sieht der SC Leinefelde 1912 vor allem Vereine stark benachteiligt die auf den eigenen Nachwuchs setzen, wie es der SC Leinefelde tut. Denn gerade solche Vereine haben viele Studenten in ihren Reihen, die auch die jetzige Zeit nutzen, um möglicherweise ihre Studienrichtung zu ändern. Dies passierte auch vor Corona, doch diese Spieler werden auch jetzt Universitäten wechseln und somit auch Vereine verlassen. Die Spieler und Trainer sind Menschen die ihr Leben auch in der Zeit von Corona planen, denn irgendwann so hoffen wir alle, wird wieder Normalität einkehren. Es besteht also die Gefahr, auch mit Blick auf die Wechselmodalitäten, dass Vereine große Probleme bekommen, bei der Variante der Fortsetzung der Saison ab September überhaupt noch spielfähige Mannschaften auf das Feld schicken zu können, und so nicht bei jedem Spiel antreten können. Bei drei Nichtantritten erfolgt laut TFV dann der Ausschluss, was haben wir dann erreicht? Weniger Mannschaften und mehr Spieler die sich dem Fußball abwenden werden.

Wie soll ein Spielerwechsel in einen anderen Verband geregelt werden, der die Saison 2020/21 spielt?Auch bei dem Argument einer möglichen zweiten oder dritten Corona-Welle, wäre die Variante der Austragung der Hinrunde der Saison 2019/20 die bessere, ist bei näherer Betrachtung kein Argument. Denn kommt es dazu, ist mit allen Maßnahmen erneut zu rechnen, und es könnte passieren, dass die Saison 2019/20 auch im Jahr 2021 nicht oder nie abgeschlossen wird. Wir sollten eine Wertung nach der Hinrundentabelle favorisieren.
Um den Rahmenterminplan zu entzerren, wäre es denkbar die Saison 2020/21 ohne einen Pokalwettbewerb zu spielen oder diesen in Turnierform auszutragen. Hier könnten vier bis sechs Mannschaften bei verkürzter Spielzeit einen Qualifikanten ermitteln. Dieses Prozedere könnte auch mit einem Finalturnier enden. Oder man spielt ab den Halbfinalspielen nicht mehr in Turnierform.

Weiterhin wurden aus unserer Sicht keine Ansätze aufgezeigt, wie im Nachwuchs in den folgenden Spielzeiten vorgegangen werden soll.Hier sehen die Verantwortlichen und Trainer des SCL und des JFV Eichsfeld Mitte die größten Probleme bei der vom TFV favorisierten Variante. So ist es nicht vermittelbar, wie Schüler trotz fehlendem Lernstoff aus der aktuellen Klasse komplett versetzt werden, aber beim Fußball eine Stagnation der Entwicklung stattfinden soll.Zudem ist in der Jugendordnung eindeutig definiert wer in den Jugendspielklassen zu spielen hat: „Jugendlicher im Sinne der Jugendordnung ist, wer am 31. Dezember des laufenden Spieljahres das 19. Lebensjahr noch nicht vollendet hat." Sollte die Saison 2019/20 ab September fortgesetzt werden, kommt es hier zu einem eindeutigen Verstoß.

In den A-Junioren würden wir einen verkappten Männerspielbetrieb durchführen und bei den B-Junioren einen der A-Juniorenaltersklasse und so weiter. Mit welchen Argumenten soll das den Spielern und Eltern vermittelt werden? Wir hebeln den bewährten Altersklassenübergang völlig aus. Wie weiter dann in der nachfolgenden Spielzeit? Da stellen wir dann wieder alles auf Anfang oder wie ist es gedacht? Aus unserer Sicht sehr schwer zu vermitteln. Brechen wir die Saison ab nehmen wir Spielern ein halbes Jahr in einem Jahrgang, setzen wir die Saison fort, nehmen wir den Spielern eine komplette Spielzeit in einer Altersklasse. Dies ist nicht förderlich für die Entwicklung der Nachwuchsspieler. Gerade im Alter der A- Und B-Junioren beginnen Lehre oder Studium, was die Vereine vor große Probleme stellen wird, die Mannschaften so wie sie in der jetzt unterbrochenen Saison gespielt haben, wieder auf das Feld zu schicken.

 

Weiterhin sehen wir einen Verbandstag für mehr als nötig, dieser ist ja für dieses Jahr noch terminiert. Egal welche Lösung es am Ende gibt, muss der Verbandstag genutzt werden, um sich für die Zukunft auf solch ein Szenario, wie wir es jetzt haben, vorzubereiten. Wir hoffen alle, dass dies nicht wieder eintritt, aber vorbereitet sollte man dann sein.Zudem wäre es aus unserer Sicht von Vorteil gewesen, wenn man den Vereinen ein paar Tage mehr Zeit gegeben hätte um abzustimmen, denn in dieser Woche wird es von Seiten der Politik neue Entscheidungen geben. Der Individualsport ist ab diesem Montag (4. Mai) in Thüringen schon wieder möglich, in Niedersachsen vermehren sich die Anzeichen, dass es auch im Mannschaftssport Bewegung geben könnte.

 

Fazit: Im Sinne des Nachwuchsfußballs sollte eine Fortsetzung der Spielserie nicht in Frage kommen. Eine Fortführung der Spielserie bringt aus mehreren Gründen, einige haben wir angeführt, auch keine sportlich faire Lösung. In dieser Ausnahmesituation wird es keine Lösung geben, mit der wir alle Beteiligten mitnehmen. Aber wir sollten vor allem im Sinne unserer Kinder und Jugendlichen entscheiden, und uns nicht von Verträgen leiten lassen. Es ist uns klar, dass es keinen Königsweg gibt. Jedoch egal wie die Entscheidung aussehen wird, werden wir Verstöße gegen die Spielordnung in Kauf nehmen müssen, da es für solch eine Situation keine Regelung gibt. Klagen, so sie von den Vereinen angestrebt werden, sind daher immer möglich. Auch schätzen wir die Arbeit der Mitarbeiter und ehrenamtlich Tätigen des Thüringer Fußballverbandes, die die Lage aus Ihrer Sicht bewertet haben. Mit dieser Stellungnahme möchten wir eine Diskussion anregen. Vielleicht wäre ein Ansatz den Jugend- und Erwachsenenspielbetreib getrennt zu betrachten, denn im Jugendbereich sind es lange nicht so viele Spiele. Nun sind wir gespannt, wie sich die Vereine in Thüringen entscheiden werden.

 

Quelle: https://www.fupa.net/ vom 4.5.2020

 

Vorschlag vom Verband: Fortsetzung ab 1. September


Bis zum heutigen Montag um 19 Uhr können die Vereine des Thüringer Fußball-Verbandes abstimmen und entscheiden, ob sie dem Vorschlag zustimmen, der eine Fortsetzung der laufenden Saison am 1. September vorsieht.


Erfurt – Exakt eine Stunde und vier Minuten dauerte das Webinar, zu dem das Präsidium des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) seine aktiven Vereine eingeladen hatte. 456 Teilnehmer waren der Offerte am Samstagvormittag ab 10.30 Uhr gefolgt. Das einzige Thema der Online- Veranstaltung war die Frage, wie es mit dem wegen der Corona-Krise seit sechs Wochen ausgesetzten Spielbetrieb in Thüringen weitergeht.

TFV-Präsident Wolfhardt Tomaschewski begrüßte die zugeschalteten Vereine und räumte ein, dass es für den Spielbetrieb leider nicht die vom TFV gewünschte einheitliche Lösung für ganz Deutschland geben werde. Das bedeutet, dass es gelte, eine eigenständige Lösung für Thüringen von der Thüringenliga bis zur untersten Kreisklasse bei den Männern, Frauen und im Nachwuchs zu treffen. Tomaschewski betonte, dass alle noch nie so eine Ausnahmesituation, die die gesamte Gesellschaft betreffe, erlebt hätten. Der Präsident wörtlich: „Die Entscheidungen im Fußball sind auch umso schwerer, da es keine Erfahrungen gibt und die Interessen der Vereine sehr unterschiedlich sind. Doch das ist völlig legitim. Wir bitten alle Vereine für die Herbeiführung einer einheitlichen Lösung im TFV um Unterstützung." Als Fachgremium hat sich der Spielausschuss des Thüringer Fußball- Verbandes (TFV) sehr intensiv mit den Szenarien für den Spielbetrieb auseinandergesetzt. Dazu und zum Vorschlag des Vorstandes des Verbandes zum Spieljahr 2019/20 sprach dann Sven Wenzel, der Ausschussvorsitzende. Seine umfangreichen Ausführungen konnten als Präsentation auch von den Teilnehmern mitgelesen werden. Wenzel betonte, dass im Spielausschuss immer wieder die Frage gestellt wurde, wie es im Spielbetrieb weitergeht. Man habe keine schnelle Lösung angeboten, sondern die Entwicklung aufmerksam beobachtet. Dem habe auch ein erstes Meinungsbild im März bei einer Umfrage der Vereine auf Landesebene gegolten.


Es gibt Pro und Kontra


Dann ging der TFV-Spielobmann auf den Vorschlag ein, den der Vorstand des Verbandes den Vereinen macht. Er sieht vor, die Saison 2019/ 20 möglichst ab dem 1. September 2020 fortzuführen. Natürlich gibt es ein Pro und Kontra für diese Empfehlung. Dafür spricht eine lange Planungssicherheit, eine sportliche Entscheidung auf dem Rasen, flexible Lösung bei einer zweiten Corona- Welle, mehr Spielraum im Rahmenterminkalender, Sponsoren erhalten Gegenleistung und die Notwendigkeit, nach Kompromissen zu suchen, entfällt. Aber es gibt auch Argumente gegen diesen Vorschlag. So würde es ein Saisonfinale wohl erst im Winter oder gar im kommenden Frühjahr geben. Unklar sei zudem, was mit Vereinswechseln im Sommer passiere und was mit dem Pokalwettbewerb. Außerdem stellt sich die Frage, was nach dem Ende der Saison passiert, also von März oder April bis Juni. Zudem wäre die Anpassung einiger Ordnungen nötig, was bereits teilweise erfolgt ist. Sven Wenzel betonte: „Es gibt keinen Königsweg, aber dies ist wohl die beste von vielen Lösungen."


Im Folgenden ging der Experte für den Spielbetrieb im Vorstand auf den Rahmenterminplan 2019/20 ein und erläuterte auch Optionen für den Rahmenterminplan 2020/21. Am Ende seines Beitrags warb Sven Wenzel noch einmal für den Vorschlag des Verbandes: „Er bietet die größte Chance, das Spieljahr 2019/20 sportlich ordentlich abzuschließen und auch die Probleme für die neue Saison zu minimieren."


Die Vereine haben mittlerweile über ihr Postfach das entsprechende Dokument zur Abstimmung erhalten. Diese kann bis zum heutigen Montag, den 4. Mai, um 19 Uhr erfolgen. Jeder Verein hat eine Stimme. Sollte der Vorschlag des Vorstandes keine Mehrheit finden, dann wird der Verband einen Außerordentlichen Verbandstag durchführen, bei dem Anträge zu anderen Lösungen gestellt werden und die Mitglieder des Präsidiums aus der Haftung entlassen werden müssten. Wolfhardt Tomaschewski legte in seinen abschließenden zusammenfassenden Bemerkungen Wert darauf zu betonen, dass alle im Vorstand ehrenamtlich tätig seien und so wie die Vereine das Beste wollen. „Ich bitte deshalb alle Vereine, an der Abstimmung teilzunehmen", warb er für eine hohe Beteiligung am Votum.


Wie regeln es die anderen Verbände?

Sachsen: Aller Voraussicht nach Abbruch unterhalb der Oberliga. Über eine Quotientenregelung werden die Tabellen neu berechnet. Es soll keine Absteiger geben.

Bayern: Saison ist bis zum 31. August ausgesetzt und soll dann fortgesetzt und beendet werden.

Hessen: Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Entscheidung am 16. Mai.

Sachsen-Anhalt: Noch keine Entscheidung getroffen.

Brandenburg: Entscheidung erst nach dem 6. Mai.


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 4.5.2020



Die alles entscheidende Frage


Bei den Funktionären des Südthüringer Fußballs sind die Vorbereitungen der Saison 2020/2021 in vollem Gange. Wie wird aber die aktuelle Serie abgeschlossen? Auf Meinungssuche unter den Mitgliedsvereinen.


Sonneberg/Hildburghausen – Derzeit gibt es auch bei den Fußball-Funktionären im Kreisfußballausschuss (KFA) Südthüringen mehr Fragen als Antworten, da man abhängig ist von Festlegungen der Behörden einerseits sowie den Beschlüssen der übergeordneten Verbände (Thüringer Fußballverband, Deutscher Fußball-Bund). Untätig sind die KFAMänner trotzdem nicht.


Bereits am 11. April informierte Dittmar Börner, Chef des KFA Südthüringen, in einem Brief die Mitgliedsvereine.

Was mit der aktuellen Saison geschehe, könne er aber auch noch nicht sagen. „Wie die Saison 2019/2020 zu Ende geht, ist völlig offen", schreibt er. Die Thüringer KFA tendieren Richtung Abbruch der Saison, also ohne Wertung. „Unser Bestreben sollte sein, im August oder September mit der Saison 2020/2021 einen Neubeginn zu schaffen", hofft Börner und ergänzt: „Wir werden versuchen, den Kreispokal der Männer, Frauen und des Nachwuchses noch regulär mit den Finals abzuschließen."


Den Kreisfußballtag möchte der KFA aber am 6. Juni nachholen, sofern das die Bestimmungen erlauben. Alles jedoch unter der Maßgabe „Gesundheit steht an erster Stelle!"


Einstimmig für Abbruch


In dieser Woche informierte Börner die KFA-Mitgliedsvereine erneut. Dabei ging es auch um die geplanten Staffelberatungen. Richtigerweise hatte der KFA Südthüringen darum versucht, im Landratsamt der Nachbarkreisstadt Hildburghausen Klarheit zu erhalten. „Aber leider haben wir auf unsere schriftliche Anfrage zur Durchführung der Versammlungen nach einer Woche keine Antwort vom Landratsamt Hildburghausen erhalten", schreibt der KFA-Chef. Insofern kann man dem KFA keine Untätigkeit vorwerfen, zumal auch noch mehrmals telefonisch nachgefragt wurde. Auch möchte sich Börner in Bezug auf die Fortführung oder den Abbruch der aktuellen Saison ein klares Meinungsbild machen und bat darum erneut die Vereine um eine Stellungnahme. Der KFA hatte sich bereits beim TFV Anfang April für eine Beendigung der Saison zum 30. Juni ausgesprochen – einstimmig. Bis zum morgigen Samstag, 2. Mai, hat der KFA-Chef nun die Vereine in den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen gebeten, klar Kante zu zeigen und abzustimmen über folgenden Punkt: Was geschieht mit der aktuellen Saison 2019/2020?

Annullierung (keine Aufsteiger + keine Absteiger) oder Abbruch der Saison (Aufsteiger + keine Absteiger) oder Fortführung der Saison (eventuell bis Frühjahr 2021 und Ausfall der Saison 2020/2021). In dem Zusammenhang verweist der KFA auch auf das Webinar des TFV (siehe auch nebenstehenden Beitrag) am Samstag, 10.30 Uhr, und bittet um Beteiligung.

Börner drückt sich, wie meist und gewohnt, kantig klar aus und hofft auf mehr Mitstreiter. „Vorläufig sehen wir einen Saisonstart für Anfang September möglich oder noch später", meint er. Dadurch sei aber eine Saison nach bisherigem Muster mit 26 Spieltagen nicht mehr umzusetzen. Darum unterbreitet der KFA folgenden Vorschlag: Eine Halbserie mit 13 Spielen von September 2020 bis März 2021. Von April 2021 bis Anfang Juni 2021 soll dann eine Meisterrunde (1. bis 7. Platz der Halbserie) und eine Abstiegsrunde (8. bis 14. Platz der Halbserie) ausgetragen werden. Diese Spiele würden in einer einfachen Runde (je drei Heim- und Auswärtsspiele pro Mannschaft) erfolgen. Die Punkte aus der Halbserie werden mitgenommen, schlägt der KFA vor. Zusätzlich sollen in diesem Zeitraum auch die Pokalspiele stattfinden. Interessant auch der Vorschlag des KFA, in der Saison 2020/2021 mit drei Staffeln in der 1. Kreisklasse zu spielen und dafür die 2. Kreisklasse wegfallen zu lassen.


Bis zum 2. Mai

Eile ist also bei den Vereinen geboten. Auch, damit der KFA mit Rückendeckung in die weitere Arbeit gehen kann. Bis Samstag, 2. Mai, sollten darum die Antworten im elektronischen Postfach des KFA liegen. Ungeachtet der aktuellen Situation beginnen die Vorbereitungen der Fußball-Saison 2020/2021 bereits mit den Meldungen der Mannschaften im elektronischen Meldesystem des DFB (DFB-net). Der Termin ist nach wie vor der 31. Mai 2020. Darüber hinaus will der KFA an seinem schriftlichen Meldebogen festhalten. Dieser soll „frühestens Anfang Mai übers Postfach" versendet werden, informiert Börner. fri/red


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 1./2.5.2020



„Dazu ist man als Funktionär da"


Fast täglich kursieren neue Wasserstandsmeldungen zum Spielbetrieb. So langsam sehnen sich Fußballer und Vereine nach Klarheit, nach einer Ansage, an der man sich orientieren kann. Dazu gehört auch Steinachs Trainer Christian Häusler, der sagt: „Das Schlimmste für jeden Verein ist doch diese Ungewissheit."

Erste Verbände wie beispielsweise in Bayern und Schleswig-Holstein haben die Hängepartie beendet und Entscheidungen zum Abbruch oder Fortführen des Spielbetriebs getroffen – wenn auch mit unterschiedlichem Ausgang.

Genau das würde sich auch Häusler wünschen – eine Entscheidung. „Wenn ich in einer Funktion bin, muss ich auch mal eine Entscheidung treffen, die nicht alle tragen. Aber dazu ist man als Funktionär da, auch wenn es Kritik gibt", sagt Häusler, der natürlich weiß, dass es wohl ohnehin keine Entscheidung gibt, mit der alle zufrieden sind. Eigentlich, so Häusler, hätte der Verband in Thüringen bereits eine Grundlage für eben diese Entscheidung. „Der TFV hat doch eine Umfrage gemacht; da gab es eine klare Tendenz", so der Steinach-Coach. Die könne man nun heranziehen. „Selbst wenn dann am Ende nicht meine eigene Vorzugsvariante herauskommt. Da weiß ich wenigstens, was Sache ist und kann das Beste daraus machen. Aber ich bekomme ein bisschen das Gefühl, dass man keine Entscheidung treffen will."

Möglicherweise gibt es nach dem Webinar am 2. Mai Klarheit. Da hat der Verband die Vereine eingeladen, um sich zu einer möglichen Fortführung zu beraten. Nach dem Webinar können alle aktiven Vereine über eine Online-Abfrage zu den Inhalten des Webinars abstimmen. Das Ergebnis soll in die Entscheidung des TFVVorstandes am 5. Mai eingehen. Fix


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 1./2.5.2020



Abstimmung mit den Fußballvereinen


Suhl – Der Thüringer Fußball-Verband (TFV) hält weiterhin engen Kontakt zu den Vereinen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar ist, ob und wie die seit Mitte März unterbrochene Saison im Amateurbereich fortgesetzt werden kann. Für den 2. Mai ist ein sogenanntes Webinar, also eine Online- Informationsveranstaltung, geplant.


Alle aktiven Fußballvereine des Freistaates können daran teilnehmen und sich in die Debatte um den weiteren Saisonverlauf einbringen. Denkbar ist, dass neben anderen Lösungen auch über das bayerische Modell gesprochen wird. In Bayern ist das Spieljahr bis Ende August unterbrochen und soll ab 1. September fortgeführt werden. Diese Regelung hat allerdings den Nachteil, dass das Spieljahr 2020/21 verkürzt oder ganz gestrichen werden müsste. Zudem steht die Ungewissheit im Raum, wie die politischen Rahmenbedingungen im Herbst aussehen und wie sich die Coronavirus-Problematik bis dahin entwickelt hat. Ulk


Quelle: Freies Wort, Sport vom 28.4.2020



Entscheidung zum Spielbetrieb am 5. Mai?


Suhl – Wie geht es weiter im Thüringer Amateurfußball? Eine konkrete Antwort auf diese Frage ist aufgrund der anhaltenden Coronakrise derzeit noch nicht möglich. Doch in Kürze soll zumindest eine Tendenz erkennbar sein, wohin die Reise geht. Bei einer Video- und Telefonkonferenz des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) nannte es Sven Wenzel eine Illusion, die Saison wie geplant bis zum 30. Juni abzuschließen. Zudem betonte der Spielausschussvorsitzende des TFV, dass Spiele ohne Zuschauer im Amateurbereich keine Option seien. Man werde zunächst den 30. April abwarten, wenn sich die Bundesregierung zum Thema Sportveranstaltungen positionieren will. Danach ist seitens des TFV eine Videokonferenz mit den Thüringer Fußballvereinen geplant, um sich zu Fragen des Spielbetriebs abzustimmen.

Im Idealfall könnte es am Abend des 5. Mai einen Beschluss geben, ob der Spielbetrieb fortgeführt wird oder ob ein Saisonabbruch unvermeidlich ist. Rd


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 23.4.2020



Rundmail des KFA-Vorsitzenden Dittmar Börner an die Vereine am 11.4.2020:

Wir möchten einige aktuelle Informationen zur Situation geben, damit alle über den gleichen Kenntnisstand verfügen.

Der Thüringer Fußballverband hat sich mit den 9 KFA´s insofern abgestimmt, das möglichst eine gleichlautende Entscheidung zur Saison 2019/2020 zu treffen ist. Zur Zeit kann jedoch diese nicht getroffen werden. Wir müssen unsere Entscheidung abhängig machen von den Bestimmungen, die Bund, Land und Kreisverwaltungen erlassen bzw. aufheben. Erst wenn dies wieder eine Normalität darstellt, kann ein Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Gesundheit steht an erster Stelle!
Der DFB hat in einer seiner letzten Sitzungen einige Änderungen zu den Satzungen und Ordnungen entschieden. Diese wird der TFV in seiner kommenden Sitzung am 21.04.2020 für seinen Geltungsbereich ebenfalls beraten und beschließen. Über diese und deren Bedeutung wird nach Festlegung durch den TFV informiert.

Auch unser Kreisfußballtag ist noch nachzuholen, als vorläufigen Termin haben wir den 06. Juni 2020 vorgesehen.

Wie die Saison 2019/2020 zu Ende geht, ist völlig offen. Zur Zeit ist die Tendenz bei der KFA´s im TFV für ein Abbruch der Saison, folgerichtig ohne Wertung dieser. Unser bestreben sollte sein, im August oder September mit der Saison 2020/21 einen Neubeginn zu schaffen. Wir werden versuchen, den Kreispokal der Männer, Frauen und des Nachwuchses noch regulär mit den Finals abzuschließen.
Daher bitten wir alle, Geduld zu wahren, sowie die Gesundheit aller nicht zu gefährden.

Stellungnahmen oder Meinungen der Vereine zum Ablauf der Saison 2019/20 sind uns natürlich willkommen, diese bitte übers E-Postfach übermitteln.

Ungeachtet der aktuellen Situation beginnen die Vorbereitungen der Saison 2020/2021 mit den Meldungen der Mannschaften mit Termin 31.05.2020 im elektronischen DFBnet. An diesem Termin wird vorerst nichts geändert. Wir werden gerade in dieser schweren Zeit auch an unserem schriftlichen Meldebogen des KFA festhalten, der frühestens Anfang Mai übers Postfach versendet wird.


Es ist ein Tor gefallen, aber keine Entscheidung


Konferenz ist das Stichwort in diesen Tagen. Eine solche gab es zu Wochenbeginn auch zwischen dem Thüringer Fußballverband und den Kreisfußballausschüssen. Es gibt zwar keine endgültige Entscheidung, doch ein Trend ist erkennbar.

Von Carsten Jentzsch


In der Kreisoberliga Südthüringen fallen vier Tore pro Spiel. Zumindest laut der ersten Saisonhälfte. Denn aktuell zappelt es – der Grund hierfür dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein – in keinem Tornetz der kreishöchsten Spielklasse. Lediglich auf dem Platz in Goßmannsrod lässt sich noch ein Treffer aus alten Tagen rekonstruieren. Man muss gar nicht dabei gewesen sein. Der bloße Anblick des Platzes genügt schon, um sich ein Bild machen zu können. Denn hier ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Tor gefallen. Ein umgestürzter Baum hat eines der Kleinfeldtore niedergestreckt. Dabei hat es den Querbalken ziemlich verbogen. „Das war irgendwann im Februar, als es so stürmisch war", verrät Falk Kirchner, Mannschaftsleiter der SG Goßmannsrod/Oberland. Sogar einen Teil der Bande hat es erwischt. Bislang sei man jedoch noch nicht dazu gekommen, die Schäden zu beheben. „Ich denke, die Gemeinde, jeder Einzelne hat im Moment andere Gedanken im Kopf", so Kirchner. Zudem müssten bei diesem Arbeitseinsatz wohl auch ein paar Leute mit anpacken. Und mit mehreren Menschen auf einem Fleck ist das ja im Moment so eine Sache.


Wann wieder richtige Treffer fallen, weiß im Moment niemand. In der vergangenen Woche hatte der Deutsche Fußballbund für alle Amateur- und Nachwuchsligen den Weg frei gemacht für einen sportlichen Saisonabschluss. Erstmals in der Geschichte kann die Saison von der 3. Liga bis in die untersten Spielklassen bei Bedarf über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Sofern es nötig sei und kein Abbruch gewollt ist, könne das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt beginnen und notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen, erklärte zuletzt DFB-Vizepräsident Rainer Koch.


Am gestrigen Montag gab es zudem eine Telefonkonferenz zwischen dem Thüringer Fußballverband (TFV) und den Vorsitzenden der Kreisfußballausschüsse. Hierbei wurde die aktuelle Situation mit Blick auf die staatlichen und behördlichen Verfügungen neu bewertet. Dabei betonte TFV-Präsident Wolfhardt Tomaschewski, dass es das Ziel sei, möglichst einheitliche Lösungen zum Spielbetrieb in den 21 Landesverbänden zu finden. So sieht es auch Dittmar Börner, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses (KFA Südthüringen, und spielt dabei auf chaotische Folgen an, sollte es unterschiedliche Herangehensweisen geben. Einen Saisonabbruch hält er, allein was Südthüringen angeht, inzwischen für „alternativlos". So würde eine Verlängerung der Saison wohl nicht ohne einen späteren Beginn der Saison 2020/2021 machbar sein. Was wiederum zur Folge haben könnte, dass die gerade erste begonnene Spielzeit schon bald wieder ruhen muss.


Stichwort: Witterung. So haben die hiesigen Kicker doch oftmals schon im Herbst mit der Unbespielbarkeit der Plätze zu kämpfen. Etliche Nachholspiele, und das bei einem geringen Stand an Spieltagen zur Winterpause, sind nicht auszuschließen. Zudem befürchtet Börner, dass, wenn die Wirtschaft wieder „hochgefahren" wird, einige Leute in den Vereinen aufgrund von Überstunden beziehungsweise Sonderschichten den Sportbetrieb nicht in gewohnter Weise unterstützen können. „Das ist ein Punkt, den man dabei auch beachten sollte", sagt er. Gegenüber dem TFV erklärte Börner deshalb, dass sein KFA einstimmig der Meinung sei, die Saison komplett abzubrechen. Er sieht aber Chancen, das Pokalfinale im Juni zu spielen. Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Neben anderen KFAVorsitzenden hält auch Hans Hörnlein, Chef des KFA Rhön-Rennsteig, die Austragung des Kreispokals im Gegensatz zum Ligabetrieb für machbar. „In Südthüringen hätten wir mit dem Halbfinale somit noch drei Spiele. Das sollte drin sein. Und wir hätten in dieser Saison wenigstens einen Titel, den wir vergeben könnten", so Börner, der im Falle eines Saisonabbruchs, was den Ligabetrieb angeht, dafür plädiert, auf Aufsteiger und Absteiger zu verzichten.


Lieber eher anfangen?

Einen vorzeitigen Saisonabbruch hält inzwischen auch Falk Kirchner für durchaus denkbar. Auch er sieht, sollte die alte Saison noch zu Ende gespielt werden, Probleme auf die neue Spielzeit zu rollen. „Vielleicht wäre es dann einfach besser, die Saison abzuhaken. Dann könnte man eventuell auch ein bisschen eher in die neue Spielzeit starten", meint er, der im Moment seinen Sohn Jonas fit hält. Der Filius spielt nämlich in der U17 von Rot-Weiß Erfurt. Aufgrund der aktuellen Lage ist der Sohnemann derzeit in der Heimat. „Er macht regelmäßig seine Zehn-Kilometer- Läufe", berichtet Falk Kirchner, der meist am Abend nach der Arbeit noch Trainer für den Nachwuchs spielt. Das Know-how hat er jedenfalls. Immerhin war Kirchner mal Nachwuchstrainer bei Eintracht Oberland. „Ich würde behaupten, dass ich mich schon ganz gut auskenne, was ein gutes Training angeht", sagt er, der wie auch Sohn Jonas das Mehr an gemeinsamer Zeit mit Vater und Mutter genießt. Auf der anderen Seite würde Jonas gern endlich wieder mit seinen Teamkollegen auf dem Rasen stehen.


Diesen Wunsch haben viele im Moment. Wann er in Erfüllung geht, bleibt abzuwarten und dürfte wohl in erster Linie von Entscheidungen auf höherer politischer Ebene abhängen – wie die Neubewertung der Lage durch die Bundesregierung. Am 21. April will der TFV mit seinen Kreisfußballausschüssen erneut beraten. Ob dann schon eine Entscheidung fällt? Doch zunächst steht an diesem Mittwoch erstmal eine erneute Videokonferenz mit dem DFB an.


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg und Hildburghausen vom 8.4.2020



Neue Ideen für schwierige Zeiten


Das hat es im Fußball noch nie gegeben: Die Amateure dürfen die Saison wegen der Coronakrise so lange wie nötig verlängern. Der DFB hat entsprechende Maßnahmen beschlossen.

Von Eric Dobias und Ulrich Klemm


Frankfurt/Main – Mit einem der weitreichendsten Eingriffe in die Spiel- und Jugendordnung hat der Deutsche Fußball-Bund den Weg für einen Saisonabschluss in allen Amateur- und Nachwuchsligen freigemacht. Erstmals in der Geschichte kann die Saison von der 3. Liga bis in die untersten Spielklassen bei Bedarf über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Sofern es nötig sei und kein Abbruch gewollt ist, könne das Spieljahr 2020/21 zu einem späteren Zeitpunkt beginnen und notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen, erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Mit den umfassenden Anpassungen der Spielordnung reagierte der DFB auf die Auswirkungen der Coronakrise. Im Zuge einer Saisonverlängerung können Spielberechtigungen, Wechselfristen sowie Verträge mit Spielerinnen und Spielern zeitlich angepasst werden. Im Falle eines Saisonabbruchs wären Sonderregelungen zu Auf- und Abstieg möglich. „Das Maßnahmenpaket gibt vor allem den für den Amateurspielbetrieb zuständigen 21 Landes- und fünf Regionalverbänden nun statuarisch die Möglichkeit, so flexibel wie möglich auf diese Ausnahmesituation und auf weitere neue Entwicklungen zu reagieren", sagte Koch.


Zuvor war am Freitagvormittag bereits der komplette Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateurfußball auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Eine mögliche Saisonfortsetzung wird mit einer Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen angekündigt, um allen Vereinen ausreichend Planungssicherheit zu gewähren. Der Grundsatz, wonach ein Spieljahr zum 1. Juli beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, ist für die nächsten 15 Monate außer Kraft gesetzt.


Mit Beginn der Saison 2021/22 sollen dann wieder die vorherigen Bestimmungen gelten. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie lockert der DFB außerdem die in den Statuten vorgesehenen Strafen bei Insolvenzfällen in der 3. Liga, den Regionalligen sowie der Bundesliga und 2. Bundesliga der Frauen. Sollten Vereine aus diesen Spielklassen in dieser Saison einen Insolvenzantrag stellen müssen, entfällt der dafür vorgesehene Abzug von neun Punkten bei den Männern beziehungsweise sechs Zählern bei den Frauen komplett. Tritt ein Insolvenzfall in der kommenden Saison ein, werden dem jeweiligen Club in den Männer-Spielklassen drei und bei den Frauen zwei Punkte abgezogen. Damit folgt der DFB dem Beispiel der Deutschen Fußball Liga, die für den Profibereich identische Vorgaben beschloss. In den unteren Spielklassen, wo ein Verein bei einer Insolvenz automatisch als Absteiger feststeht, dürfen die Landesverbände für die Dauer der Übergangszeit bis Ende Juni 2021 abweichende Regelungen treffen. „Wir haben mit diesem Beschluss einen großen und wichtigen Schritt gemacht", sagte Peter Frymuth, DFBVizepräsident für Spielbetrieb und Fußballentwicklung. „Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, um die nächsten Herausforderungen in dieser besonderen Zeit anzugehen."


Der Thüringer Fußball-Verband (TFV) will die aktuelle Situation „mit Blick auf die staatlichen und behördlichen Verfügungen ständig neu bewerten und rechtzeitig über die weitere Vorgehensweise informieren". Zudem führt das TFV-Präsidium am Montag (6. April) um 18 Uhr eine Videokonferenz mit den Vorsitzenden der Kreisfußballausschüsse durch.


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 4.4.2020



Rundschreiben Thüringer Fußballverband vom 3.4.2020


Aussetzung des Spielbetriebes bis auf Weiteres

Das oberste Ziel des Thüringer Fußball-Verband ist es weiterhin, einen wirksamen Beitrag zur Minimierung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten. Hiermit informieren wir über die weitere Verfahrensweise.
Der Spielbetrieb bleibt auf Grundlage der jeweiligen staatlichen bzw. behördlichen Verfügungslage bis auf Weiteres ausgesetzt.

Die Fortsetzung des Spielbetriebs ist vor dem 19. April 2020 weiterhin ausgeschlossen und wird grundsätzlich 14 Tage vorher angekündigt, um allen Vereinen in Thüringen ausreichend Planungssicherheit zu geben.
Diese Entscheidung wurde in einer gemeinsamen Videokonferenz der Präsidenten und Geschäftsführer aller Regional- und Landesverbände im DFB getroffen.

Auch alle Freundschaftsspiele und Turniere sind mit dieser Maßnahme weiterhin betroffen. Staatliche oder behördliche Verfügungen bzgl. des Trainings bzw. weitergehender Maßnahmen sind durch die Vereine zu beachten.
Wir bewerten die aktuelle Lage ständig neu und werden Sie rechtzeitig über die weitere Vorgehensweise informieren.

Bitte verfolgen Sie weiterhin unsere Informationen über den aktuellen Stand auf unserer Homepage: https://tfv-erfurt.de/spielbetrieb/hinweise-coronavirus/


Kreissportbund mit eindeutiger Botschaft


Hildburghausen – Der Kreissportbund (KSB) Hildburghausen hat die Vereine im Landkreis in einem Rundschreiben samt Anhang der aktuellen Allgemeinverfügung des Landratsamtes angesichts der gegenwärtigen Corona-Krise nochmals auf die wesentlichen Dinge, auf die es nun ankommt, hingewiesen. Gleichzeitig ruft der KSB jedoch dazu auf, weiterhin sportlich aktiv zu bleiben und an der „Aktion gegen Langeweile" (Freies Wort berichtete) teilzunehmen. Auf der KSB-Facebook-Seite werden derzeit sowohl kleine Unternehmungen in der Natur und Sportübungen als auch Bastelangebote und Rätsel angeboten. Diese sollen die Aktivität wecken, die Zeit daheim überbrücken und von Jung bis Alt neue Anreize setzen. „Bitte informieren Sie darüber Ihre Vereinsmitglieder, besonders die Familien mit Kindern", heißt es in dem Schreiben. Auch wenn die Geschäftsstelle des KSB für den Publikumsverkehr angesichts der derzeitigen Situation bis auf Weiteres geschlossen bleibt, so stehen Ihnen die Mitarbeiter des Kreissportbundes bei Fragen, Anregungen und Wünschen weiterhin zur Verfügung. Ob telefonisch unter 03685/701636, via Fax 03685/ 701637 oder per E-Mail unter info@ksb-hildburghausen.de. Rd


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 21.3.2020



Vom Leder gezogen


Euer Willi Ballermann


Und dann kann wieder angepfiffen werden


Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!" So kommentierte Herbert Zimmermann, der Held am Mikrofon, den Treffer von Helmut Rahn für Deutschland im Finale der WM 1954 in Bern. Es war der 3:2-Siegtreffer gegen Ungarn. Die zu diesem Zeitpunkt beste Mannschaft der Welt. Nach einer 3:8-Pleite in der Vorrunde gegen jene Ungarn hätte diesen Erfolg niemand für möglich gehalten. Neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hatten unsere damaligen Ballermänner endlich wieder Grund zum Jubeln.


Der WM-Titel von 1954 wird nicht selten als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik glorifiziert. Eines kann man definitiv festhalten: Der WM-Erfolg steht exemplarisch dafür, dass wir selbst in scheinbar ausweglosen Situationen, gegen scheinbar übermächtige Gegner eine Lösung finden. Und ein Beweis dafür, dass jeder, aber auch wirklich jeder erdenkliche Rückschlag wieder vorübergeht. Der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft hat eine ganze Nation aus dem grauen, tristen Nachkriegsalltag gerissen. Es war ein Märchen, welches Anfang Juli zum Träumen, zum Leben einlud. Drei weitere Male durften wir diesen ganz besonderen Moment erleben, doch auch hier standen die deutschen Kicker auf dem Weg dorthin nicht selten mit dem Rücken zur Wand.


Fast 66 Jahre nach dem Wunder von Bern gibt es wieder eine Herausforderung, gibt es wieder einen scheinbar übermächtigen Gegner, der jedoch keine Abwehrspieler schwindelig spielt, keinen Torwart düpiert und keinem Stürmer ständig den Ball abluchst. Es ist ein Gegner, der uns erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg dazu zwingt, dass Schulen, Behörden und Geschäfte flächendeckend geschlossen werden, dass unser gesellschaftliches Leben stark eingeschränkt wird, und weitere Einschränkungen, wie in anderen Ländern bereits geschehen, noch folgen können. Egal ob die viel zu hoch dotierten Balltreter aus dem Profibereich oder unsere Amateur-Kicker vom Land: Sie alle spielen nicht mehr, trainieren nicht mehr. Fußball, der Sport, spielt zum Schutz der Bevölkerung keine Rolle mehr.


Dabei sehnen sich schon jetzt viele nach Ablenkung. Das Thema Covid- 19 verunsichert, macht die Menschen aggressiv und egoistisch. Ob die Hamsterkäufer oder die, die immer noch alles auf die leichte Schulter nehmen: Wenn wir etwas im Moment gar nicht brauchen, dann diese beiden Extreme. Ich will hier weiß Gott nicht den Moralapostel mimen. Glaubt’s mir: Auch ich sehne mich nach Ablenkung, sehne mich nach dem Sport mit dem runden Leder. Aber ein Spiel ist im Moment viel wichtiger. Es ist das Spiel gegen einen unsichtbaren Gegner. Wir müssen defensiver stehen als sonst, müssen auf Zeit spielen. Das macht nicht viel Spaß, aber das ist die Taktik, die uns vorgegeben wird. Lasst uns trotz der Ungewissheit, was dieser Gegner noch alles auf dem Kerbholz hat, einen kühlen Kopf bewahren. So wie der ehemalige Nationaltrainer Sepp Herberger bei der WM 1954. Der Ball wird selbst nach dieser Krise noch rund sein. Und ein Spiel wird auch dann noch 90 Minuten dauern. Am Ende werden wir vielleicht nicht ohne Blessuren aus den einen oder anderen Lebensbereichen rausgehen. Aber wir werden nach dem Schlusspfiff als Sieger vom Platz gehen. Da bin ich mir sicher.


Und dann kann auch bei uns in Südthüringen endlich wieder das Spiel angepfiffen werden, das zum Träumen, zum Leben einlädt. Dann kann vielleicht auch im Fußballkreis Südthüringen die Saison noch zu Ende gespielt werden. Ein guter Freund aus dem KFA sagte mir heute, dass man überlegt, die ausgefallenen Partien nicht nachzuholen. Die restliche Saison soll aber, sofern das dann noch machbar ist, ausgetragen werden. Jedoch ohne Punktevergabe. Es soll dann einfach nur um die Liebe zum runden Leder gehen. Den Pokal überlegt man jedoch, noch regulär auszuspielen. Dann gäbe es zumindest einen offiziellen Titel in der Saison 2019/2020.


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 18.3.2020



Die Hoffnung auf Sparflamme


Der Sport im Landkreis Sonneberg ruht. So gut wie kaum Aktivitäten sind möglich. Das Ausmaß ist noch nicht überschaubar; zu sehr ist der Sport im gesamten Leben integriert. Stimmen aus der Region.


Von Lars Fritzlar


Susanne Traut, Kreissportbund/ Kreissportjugend

Die meist cool und optimistisch wirkende Powerfrau aus der Geschäftsstelle des Kreissportbundes in der Sonneberger Bahnhofstraße wirkt in diesen Tagen zweigeteilt. Klar will sie all den Anrufern, den teilweise Verzweifelten Mut machen und ihren eigenen natürlich nicht verlieren. Doch auch für sie ist das Kommende zurzeit zu ungewiss, viel zu ungewiss. Susanne Traut ist aber eine Kämpfernatur. Selbst am Tag, als sie die Geschäftsstelle für den Publikumsverkehr schließen muss. Selbst die Tage zuvor, als sie das lang geplante Dance-Festival (22. März) und den Weiterbildungskurs „Ein starker Rücken" (20. März) vom Terminkalender streichen muss. „Wir arbeiten nun von daheim aus und haben eben keinen Kundenkontakt", meint sie am Telefon. Ins Grübeln kommt sie, wenn sie an die nahenden Osterferien denkt. „Eigentlich habe ich da ein volles Programm", verrät sie. Aber wenn dann immer noch die Turnhallen geschlossen seien, „können wir nichts machen". Die „kontaktfreie" Zeit nutzt Traut aber, um Bürokram zu erledigen. „Verwaltungstechnisch" gebe es da genug zu erledigen. All „die Sachen, die sonst kaum zu schaffen sind." So lägen 300 Briefumschläge vor ihr, die befüllt werden sollen. Und dann soll ja am 9. Mai der „Tag des Sports und der Gesundheitsförderung" (ähnlich der „Sportmeile") gefeiert werden. „Den bereite ich jetzt erst einmal vor, so gut es geht." An jenem Tag soll auch das große Kartrennen stattfinden. „Ob das wohl alles so klappt?", fragt sie. Den Optimismus hat Susanne Traut aber nicht verloren. „Wissen Sie, diese Zeit gerade, sie holt uns auch zurück. Wir denken an Menschen, die uns wirklich wichtig sind", philosophiert sie und schiebt nach: „Ich hoffe nur, dass das Wetter so bleibt, damit wir wenigstens raus können."


Christian Häusler, Fußballtrainer beim SV 08 Steinach


„Eigentlich wollten wir am vergangenen Samstag noch einmal trainieren – das haben wir abgesagt", blickt Christian Häusler eine halbe Woche zurück. Damit hätte man auch dem Schreiben des Bürgermeisters Rechnung getragen, öffentliche Veranstaltungen und auch den Sportstättenbetrieb zu vermeiden. Der Lehrer an der SBBS ist am Dienstag noch „im Amt", also in der Schule und „füttert" seine Schüler mit reichlich Hausaufgaben. Für seine Fußballer beim Landesklasse-Vertreter SV 08 Steinach gibt’s die Hausaufgaben natürlich auch. „Wir haben einen individuellen Trainingsplan aufgestellt", verrät Häusler. Nur wie die Fußball- Saison weitergeht, weiß er nicht. Der Landesverband bittet nun um Stellungnahmen – bis Freitag. „Von Amateurfußballern kann man nun nicht mehr erwarten, dass sie nach so einer langen Pause einfach wieder in den Spielbetrieb einsteigen – ohne Training. Das weiß doch jeder, der irgendwas mit Sport zu tun hat", sagt der Fußball-Lehrer aus Steinach. Allerdings fehlen ihm die klaren Ansagen – vor allen von jenen, die in der Verantwortung stehen.

So aber könne man nur mutmaßen. „Uns wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Saison abzubrechen. Denn die Saison jetzt zu verlängern, bringt nur noch mehr Chaos. Wir können nicht bis in den Sommer hinein spielen", so Häusler.

Möglich wäre, dass aufstiegswillige Mannschaften, die derzeit in den Fußballtabellen oben stehen, auch aufsteigen und so manche Ligen darum ab Herbst mit mehr Mannschaften spielen. Aus Fairnessgründen rät er aber davon ab, bei einem Saisonabbruch nun auch das umgekehrt bei Absteigern anzuwenden. „Die einen haben 17 Spiele, die anderen 14. Wir hatten zum Beispiel schon Spiele bei Mannschaften, die in einer ähnlichen Situation wie wir sind", ergänzt Häusler. Und ein Unterschied bestünde eben schon noch zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Auch halte er vorgezogene Relegationsspiele für „unvorstellbar". „Ich bin schon dafür, dass Erfolg belohnt wird", stellt er klar, doch „jetzt festzulegen, wer absteigt, wäre unfair." Stattdessen sollte ein Sieger im Landespokal ermittelt werden, um das Startrecht im DFB-Pokal klar zu definieren.

Wichtig sei für den Fußballer Häusler auch, dass der TFV, aber vor allem der DFB, nun mal „klare Ansagen macht" und sich an gesellschaftspolitischen Festlegungen orientiere. „Tut er aber nicht." Der Mensch Häusler sieht die Situation etwas anders: „Der Fußball kann sich nicht so wichtig nehmen. Wir sollten jetzt vielmehr an die Versorgung von alten Menschen, von Hilfsbedürftigen denken." Der Staat habe das Recht, Beamte, auch Lehrer wie mich, nun genau da einzusetzen. „Da zeigt sich Krisenmanagement", betont er. Doch das funktioniere ganz schlecht, wie beim DFB auch. „Dabei brauchen wir gerade jetzt klare Ansagen."


Thomas Langhammer, Rennrodel-Trainer


„Ich bin nicht arbeitslos", meint Thomas Langhammer am Telefon. Klar gebe es momentan keinen Sport, aber „ich kann jetzt Sachen machen, die bei uns jahrelang liegen geblieben sind." Und da hat ihn das schlechte Gewissen eingeholt. „Vor zwei Jahren haben wir sechs neue Schlitten gekauft; die kann ich jetzt so herstellen, dass sie fahrbereit sind", verspricht Langhammer. Das dürfte seinen Schätzungen zufolge gut 30 Stunden in Anspruch nehmen – wohlbemerkt pro Schlitten. Das Zeitaufwendigste daran seien die Kufen, die in einer Grundform geliefert werden und darum erst gebogen und geschliffen werden müssen. „Das ist eine extrem zeitaufwendige und filigrane Arbeit", erläutert Langhammer. Müssen doch die Schienen auf den hundertstel Millimeter genau gebogen werden. Dafür sei aber die jetzige Zeit genau die richtige. Langhammer ist im Auftrag des Landesverbandes Trainer des RRV Sonneberg/Schalkau und der B-Jugend- Landesauswahl. Seine Schützlinge haben nun zwar keine Schule, so ganz ohne Training werden die kommenden Tage aber nicht verlaufen.

Seine Kids beim RRV habe er „die Woche erst mal freigestellt. Sie sollen sich nur bewegen", meint Langhammer. „Sie freuen sich erst mal, dass schulfrei ist. Und da werde ich sie auch nicht überbelasten", erklärt er weiter, geht dann aber doch noch ins Detail. Für kommende Woche erhalte jeder einen individuellen Trainingsplan. „Grundfertigkeiten wie Ausdauer – das soll schon drinbleiben", meint er. Ohne Corona wäre man wohl in diesen Tagen in die Turnhalle gegangen und hätte sich dem Gerätturnen gewidmet. Hauptsächlich darum, um solche Fähigkeiten wie Gleichgewicht und Balance zu schulen. Nun hoffe er, dass die Kids in der Natur trainieren. Zwar sei man körperlich in keinem Kontakt, doch via Whats- App verbunden. „Sie müssen beim Training draußen eh das Handy dabei haben. Falls ihnen was zustößt, können sie so Hilfe rufen", erklärt Langhammer. Nun werde man eben jenen Kommunikationskanal auch dazu verwenden, um Trainingspläne, sogar Videos auszutauschen. „Das geht damit ganz schnell", zählt der Coach die Vorteile auf. Und ganz wichtig sei ihm auch, die „Laune in der Gruppe am Laufen zu halten."


Nur wie lange? Der in Mausendorf wohnende Langhammer blickt voraus auf die zweite Osterferienwoche. Traditionell startet dort im anderen Schalkauer Ortsteil, in Ehnes, das Sommerrodeln. Dafür werden nächste Woche die Stahlschienen der Schlitten durch Schienen mit Rollen ersetzt. Am 16. April soll es auf der Sommerrodelstrecke eigentlich talwärts gehen – bei den Großen mit bis zu „70 Sachen", verrät er und ergänzt: „Ich habe das noch nicht abgesagt." Der Trainer hofft, dass sich die Lage bis Ostern entschärft. Und streng genommen, sei man da eigentlich nicht gruppenweise zusammen. „Sie nehmen ihren Schlitten, setzen sich drauf und fahren runter." Da gebe es so gut wie keinen körperlichen Kontakt. Doch würden sich die Auflagen verschärfen, müsste Langhammer wohl auch reagieren und das Rodeln absagen. In Sachsen hätte man den FIL-Cup in Zwickau, der aber erst am 2. Mai stattfinden sollte, schon jetzt vorsichtshalber abgesagt. „Wenn es nicht besser wird, müssen wir da wohl nachziehen", meint der Trainer, dessen Stimme nun die Farbe wechselt – von vorsichtig optimistisch in eher besorgt, traurig. Musste er doch schon schweren Herzens die Geburtstagsparty seines 18-jährigen Sohnes absagen, „nein, verschieben", korrigiert sich Langhammer selbst und lässt damit seine Hoffnung auf Sparflamme köcheln.


Christian Kökow vom 1. Sonneberger Volleyballclub, Vorsitzender


An sieben Wochentagen sind die Sonneberger Volleyballer im März in irgendeiner Halle zu finden. Irgendeine Gruppe hat Training, ein Punktspiel oder einen Wettkampf zu absolvieren. Das war bisher die Normalität. „Dass der Spielbetrieb eingestellt und die Saison für beendet erklärt wurde, ist – aus sportlicher Sicht betrachtet – natürlich schade. Vor allem deshalb, weil gerade im Nachwuchsbereich noch einige Höhepunkte anstanden. Beispielsweise die U18-Regionalmeisterschaft bei den Mädchen", erklärt Christian Kökow. Auch hatten sich die Volleyballerinnen im bundesweiten Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia" für das Bundesfinale in Berlin qualifiziert. Dieses wurde aber noch nicht abgesagt. Vergangenen Freitag trafen sich die Volleyballer zum wöchentlichen Abschlusstraining. Das Wort Abschlusstraining" sei da wohl jedem in einer anderen, viel drastischeren Art vorgeführt worden, denn zu einem Training wird man sich in den nächsten Wochen nicht mehr treffen. Entsprechend sei auch die Stimmung gewesen. „Allen war klar, die Saison ist gecancelt worden", berichtet Kökow und ergänzt: „Wir warten auf Aussagen des DVV. Und daran wird sich sicherlich auch der Landesverband orientieren. Und auch wir werden daran nichts ändern können", meint Kökow und gibt zu bedenken: „Es wäre schwierig geworden, hätten wir die Saison nur unterbrochen und vielleicht im Mai wieder angefangen." Da gehe man schon raus, auf Sand, begründet der Vereinschef. „Das hätte sicherlich nicht funktioniert." Welche Aufstiegs- und Abstiegswertungen es nun geben wird, weiß Kökow nicht. „Sicherlich muss man den Ausgang einer Saison entsprechend würdigen – mit Auf- und Abstieg, aber jedem wird man es wohl nicht recht machen können." Hart treffen könnte es im ungünstigsten Fall auch seinen Verein – in puncto Aufstieg, aber auch Abstieg. Wichtig ist für den Vollblutvolleyballer, was aus den vereinseigenen Veranstaltungen werden soll – wie beispielsweise das traditionelle Poser-Gedenkturnier (26. April) oder der Firmencup (24. April). „Wir halten daran fest, eine Woche nach der Sperrfrist spielen zu dürfen. Und wenn wir es dürfen, machen wir es auch." Die volleyballfreie Zeit nutzt Kökow trotzdem. Vereinsmäßig gebe es da beispielsweise noch viel zu organisieren. Und „ganz auf sportliche Betätigung kann ich nicht verzichten", wie beispielsweise das beinahe tägliche Läufchen.


Kati Nimz, Leichtathletik-Trainerin beim LA Sonneberg


Frühzeitig reagierte der Verein auf die Corona-Krise, versendete bereits vergangene Woche Mails an alle Mitglieder, Übungsleiter, Trainer, Eltern und Trainingskinder und sagte den gesamten Trainingsbetrieb bis zu den Osterferien ab. „Unsere Gesundheit hat Vorrang gegenüber unseren sportlichen Zielen", postete der Verein via Facebook. Klar steht jetzt auch Trainerin Kati Nimz vor der Frage: „Was mache ich mit meinen Großen, wenn das Training jetzt drei, vier Wochen ausfällt?" Mit „Großen" meint sie die Kids ab zwölf. Nimz hat jetzt keine fertige Lösung. „Ich werde in dieser Woche Trainingspläne zusammenstellen", erklärt sie. Bestimmte Übungen seien überall trainierbar – „das Lauf-Abc vor dem Haus oder Stabi-Übungen im Kinderzimmer." Dann denkt Nimz auch über einen Laufplan für jeden ihrer Schützlinge nach, um wenigstens die Grundausdauer zu behalten. „Ich habe noch nichts Festes gebastelt", erklärt sie und fügt an: „Das sind nun erst mal meine Hausaufgaben." Via WhatsApp will sie dann den Kontakt aufrechterhalten. „Vielleicht battlen wir uns auch im Chat, wer wann was wo gemacht hat. Da bin ich aber noch in der Findungsphase."

Ob der für den 25. April vorgesehenen Frühjahrscrosslauf am Bettelhecker Viadukt ausfällt, will Nimz noch nicht bestätigen. „Den können wir auch noch einen Tag vorher absagen", erklärt die Sonnebergerin. Solltenalle Stricke reißen, könnte man diesen Crosslauf auch zum Ende der Saison, im Herbst, nachholen. Wichtig seien ihr da auch noch andere Termine wie beispielsweise der vom Landesverband ausgeschriebene Tag der Kinderleichtathletik (10. Mai) und das Sportfest der Sonneberger Leichtathleten (6. Juni). „Ich versuche, Ruhe zu bewahren", meint Kati Nimz. Und der Spielzeuglauf im August? „Da bin ich noch sehr entspannt. Entweder wir überleben bis dahin, oder wir haben uns mit unserer Hysterie ausgerottet."


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 18.3.2020



Vom Leder gezogen


Euer Willi Ballermann


Für was wir nie Zeit hatten ...


Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff – ob die Sportlichen oder Unsportlichen. Egal. Selbst Ballermänner wie ich leiden und jammern – „auf hohem Niveau", versteht sich. Doch bei all meinem Humor – ich versuche, so gut es eben geht, mich an die Weisungen der Experten zu halten. Das erwarte ich aber auch von allen anderen. Achtet auf eure und auch die Gesundheit der anderen. Nur, was tun mit all der überschüssigen, fußballfreien Zeit? Da ja nun auf den Sportplätzen nichts los ist, nichts, worüber ich mir das Maul zerfetzen, worüber ich vom Leder ziehen könnte, habe ich mir eben Gedanken um unseren Fußball, hier in der Region, gemacht. Über die, die hier was zu sagen haben im Fußball, über unsere oft kritisierten, aber auch fleißigen Funktionäre. Zur Erklärung: Dazu gehören eben jene Männer (eher weniger Frauen), die Beschlüsse fassen, von denen der normale Fußball- Fan nicht viel mitbekommt. Ich habe mich schlau gemacht, meine grauen Zellen angestrengt, sogar mein Oberstübchen defragmentiert, um zu sehen, wann das letzte Mal eine Verlautbarung unseres KFA öffentlich gemacht wurde. Öffentlich – damit meine ich natürlich, dass es im „Blatt", im „Freien Wort", gestanden hat. Die Suchmaschine und das Archiv zucken hoffnungslos mit den Schultern. Was Offizielles von Dittmar Börner finde ich gefühlt einmal im Jahr in meiner Zeitung. Zu wenig, meine ich. Entweder haben da die Kollegen in der Sportredaktion versagt, oder das Thema „wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit" ist noch nicht durchgedrungen bis zum KFA. Sei’s drum. Der schnöde Fingerzeig allein tut’s auch nicht. Lösungen müssen her. Und was das angeht, bin ich Ballermann immer voller Tatendrang (und Fantasie). Ganz klar, die Börners & Co. müssen sich „unters Volk mischen", mehr als bis dato. Müssen mit Sportvereinen, mit Sportredakteuren, mit Bürgermeistern und Entscheidungsträgern debattieren und die (abgesehen von Corona) großen Probleme dieser Fußball-Zeit anpacken.


Womit wir schon bei meinem Lieblingsthema wären. Ja, da werde ich zum Schandmaul. Die Zustände auf den meisten Fußballplätzen in der Region sind eine blanke Katastrophe – aber schon seit Jahrzehnten. Klar versprechen uns Politiker vor jeder Wahl, sich um die Förderung der Kultur und des Sports" zu kümmern, es ganz oben auf ihre „Agenda" zu setzen. Und klar wird da auch viel getan, viel Gutes abgeliefert. Doch sind wir mal ehrlich: Wo sollen unsere Kinder im Winter Sport treiben, wenn die meisten Hallen ausgebucht sind und es – wie in Sonneberg beispielsweise – zwar zwei gut bespielbare Fußballplätze gibt, die jedoch nach zwei Regentropfen für unbespielbar erklärt werden? Das wird seit Jahren praktiziert. „Einfach nur traurig", verriet mir ein Thüringenliga-Spieler des 1. FC Sonneberg 2004 nach der neuerlichen, nicht virus-, sondern platzbedingten Spielabsage. Geht das weiter so, steht zwar in Sonneberg ein schönes Wirtschaftsgebäude im Stadion, nur die Fans bleiben dann lieber daheim. Also kümmert euch! Und wenn ihr dann noch ein wenig Zeit übrig habt, dann widmet euch dem Frauenfußball. Die Lage dort ist ernsthaft beängstigend. Zwar halten hier zwei, drei Vereine in der Gegend die Frauenfußball-Flaggen ganz hoch, nur wenn nach und nach die Konkurrenz aufgibt, gehen bald auch beim Ladys-Kick die Lichter aus.


Ihr seht, trotz Corona und nur scheinbar mehr Zeit gibt es kaum Freizeit, kaum freie Zeit, denn die Probleme werden nicht kleiner, nicht weniger.


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 18.3.2020



TFV befragt Vereine zur Fortführung der Saison


Erfurt – Der Thüringer Fußballverband (TFV) möchte angesichts der Corona-Krise ein Stimmungsbild zur Fortführung seines Spielbetriebes auf Landesebene in den Vereinen einholen und hat dazu eine Umfrage initiiert. TVF-Spielobmann Sven Wenzel schreibt dazu: „Zunächst haben wir in Thüringen eine Komplettsperre bis zum 31. März. Jedoch ist aufgrund der bereits durch einzelne Kommunen und Landkreise verfügten Sperren bereits heute mindestens bis Ostern mit weiteren Spielausfällen zu rechnen."


Die Umfrage, die zunächst bis zum 20. März datiert ist, soll laut TFV als Grundlage für eine erste folgende Beratung des Spielausschusses dienen. „Die Umfrage hat keine rechtliche Bindung, sondern dient der Erfassung eines Meinungsbildes", heißt es. Konkret geht es um 13 Angaben, bei denen die Vereine aus drei bis vier Optionen auswählen können. Das betrifft die Fortsetzung des Punktspielbetriebs, die Verlängerung der Saison, den Abbruch der Saison, die Pokalwettbewerbe, die Saisonwertung bei Abbruch, die Playoff-Runde, den Saisonbeginn 2020/21, den aktuellen Trainingsbetrieb und eventuelle Ideen und Denkanstöße zum Thema. ger


Quelle: www.tfv-erfurt.devom 17.3.2020



Ein Virus bringt den Fußball in Südthüringen zum Erliegen: Befürchtungen, Hoffnungen, Reaktionen

„Es ist ein sehr komisches Gefühl"


Geisterstimmung auch in Südthüringen. Nicht mal der Amateurfußball darf für Ablenkung sorgen. Stattdessen geht es um Corona und den Rattenschwanz an Fragen.


Von Carsten Jentzsch


Eigentlich sollte die höchste Spielklasse des Fußballkreises Südthüringen am vergangenen Wochenende in die zweite Saisonhälfte starten. Zeit, dass sich was dreht. Eigentlich! Stattdessen sind die Plätze an diesem zweiten Märzwochenende wie leer gefegt. Ob in Erlau, Milz, Schönbrunn oder andernorts. Doch nicht nur in der Kreisoberliga ruht der Ball, auch in allen anderen Ligen. Egal ob im Männer-, Frauen- oder Nachwuchsbereich. Rote Karte für König Fußball heißt es auch auf Landesebene. In allen Fußballkreisen des Freistaats bleibt die Pfeife stumm. Es ist eine Zwangspause. Folge eines neuartigen Virus, Folge der Corona-Pandemie 2020.

Eine Situation, die mehrere Nachkriegsgenerationen so nicht kennen. Eine Situation, die viele Fragen aufwirft. Auch im Sport, auch im Fußball. Was machen wir jetzt? Wie geht es weiter? Inwiefern beeinflussen weitere Auflagen der Behörden das Training, das Vereinsleben? Fragen, die dabei ebenfalls heiß diskutiert werden: Was wäre, wenn sich die Krise weiter zuspitzt? Droht dann der Supergau, der vorzeitige Saisonabbruch?


Auch Dittmar Börner, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses Südthüringen, macht sich in diesen Tagen seine Gedanken. Seine Hoffnung: Der Spuk hat bald ein Ende. Im April kann wieder gespielt werden. Seine „große" Befürchtung: Es könnte länger dauern. „Man muss mit allem rechnen", sagt er. Sollte Zweites tatsächlich eintreten, dann dürfte es immer schwieriger werden, die Saison 2019/2020 noch zu Ende zu führen. Das weiß auch Börner. „Drei, vier Spieltage können wir noch aufholen, aber dann ist Schluss", sagt er, der sich wie auch viele andere in diesen Zeiten eine klarere Linie von oben wünscht.

„Die Bundesregierung hätte von Anfang an eine einheitliche Regelung treffen müssen. Es kann nicht sein, dass jedes Land, jeder Kreis sein eigenes Ding macht", sagt er und spielt dabei auch auf den teilweise chaotischen Domino-Effekt an. Zeit, und Nerven, die man sich eigentlich sparen könnte? Immerhin entsteht dieser Tage nicht selten der Eindruck, dass die Steine am Ende sowieso alle fallen. Schließlich will sich niemand vorwerfen lassen, im Kampf gegen das Virus weniger getan zu haben als der andere. Eine Diskussion, ob es richtig oder falsch ist, den Spielbetrieb zu unterbrechen, will er damit jedoch nicht aufkommen lassen. „Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Dieses Virus scheint schwer einschätzbar zu sein", so der Vorsitzende des KFA Südthüringen, der seit Samstagnachmittag noch ein paar Sorgenfalten mehr mit sich rumträgt.


Da hatte das Landratsamt Hildburghausen eine noch strengere Auflage erlassen. Hieß es am Donnerstag in der Allgemeinverfügung noch, dass Veranstaltungen, Vergnügen und sonstige Ansammlungen, egal ob öffentlich oder nichtöffentlich, egal ob in geschlossenen Räumen oder unter freiem Himmel, ab einer Teilnehmerzahl von über 100 Personen untersagt sind, sind es seit Sonntag, 0 Uhr, sämtliche. Die Teilnehmerzahl spielt keine Rolle mehr. Damit gehen die Hildburghäuser Verantwortlichen sogar noch einen Schritt weiter als das Landesverwaltungsamt Thüringen, welches am Wochenende Veranstaltungen und Menschenansammlungen mit mehr als 50 Personen im ganzen Freistaat untersagt hatte. Und das bis 10. April. Das heißt wiederum: Die vom KFA Südthüringen bis auf einschließlich 31. März ausgelegte Spielunterbrechung ist hinfällig. Die Geisterstimmung hält länger an. Betroffen sind nunmehr vier Spieltage an denen die Plätze leer bleiben. Der Fußballkreis Südthüringen steht an der Schwelle eines historischen Saisonabbruchs. „Ich gehe fest davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wird", sagte Dirk Forkel bereits am Freitag. Der Trainer von Kreisoberligist Schleusegrund Schönbrunn hegt starke Zweifel, dass die Situation so schnell unter Kontrolle zu bringen ist, dass das deutsche Gesundheitssystem nicht völlig zusammen bricht. Doch selbst im Falle einer vorzeitigen Saisonabbruchs gibt es verschiedene Szenarien.


Szenario eins: Die große Pause. Die Saison wird zunächst abgebrochen, doch die noch ausstehenden Partien werden nachgeholt. In den Monaten Juni, Juli, August wird die Saison – vorausgesetzt die Situation ist unter Kontrolle – beendet. Eine Variante, die unter Südthüringens Kickern durchaus Anklang findet. „Wir regen uns immer auf, dass wir mit dem Spielen aufhören, wenn eigentlich das schönste Fußball-Wetter beginnt. Da könnte man das doch locker mal nach hinten schieben. Ende August oder im September fangen wir dann mit der neuen Saison an", sagt beispielsweise Daniel Eppler, Vorsitzender des SV 07 Milz. Zwar stößt diese Variante durchaus auf offene Ohren, doch sie hat auch einen Haken. So bluten die Vereine im Amateursport in den Sommermonaten nicht selten aus, Spiele könnten zur Farce geraten, könnten ausfallen, Wettbewerbsverzerrung droht. Zudem müssten die Wechselfristen geändert werden. Auf die Ehrenamtlichen käme bei den Neu-Terminierungen eine Heidenarbeit zu. „Das ist nicht zu packen", schließt KFA-Vorsitzender Dittmar Börner diese Variante kategorisch aus.


Szenario zwei: Play-Offs. Die ersten vier Mannschaften spielen um den Titel; die letzten vier Teams dagegen um den Klassenerhalt. „Es wäre schon schön, eine sportliche Lösung zu finden. Allerdings müssten dann auch die Mannschaften im Tabellenmittelfeld die Platzierungen ausspielen", so Falk Kirchner, Mannschaftsleiter von der SG Goßmannsrod/ Oberland, die aktuell Platz sieben in der Kreisoberliga belegt.


Szenario drei: Ein Szenario, das abhängig von den Entscheidungen des Deutschen Fußballbundes und der Deutschen Fußball-Liga in der höchsten deutschen Spielklasse der Bundesliga ist. Die Saison wird abgebrochen. Allerdings wird die 1. Bundesliga mit den ersten vier Teams der zweiten Liga aufgestockt. Offizielle „Meister" gibt es jedoch nicht. Eine solche Maßnahme hätte dann auch Konsequenzen für die unteren Ligen.


Szenario vier: Der Supergau: Die Saison wird annulliert. Es gibt keinen Meister, keinen Pokalsieger, keine Absteiger. Alles auf null. Man tut quasi so als hätte es die Saison 2019/ 2020 nie gegeben. Eine solche Variante befürwortet Schönbrunns Trainer Dirk Forkel. In Anbetracht der ganzen Komplikationen, die andere Alternativen mit sich ziehen würden, sei das „vermutlich der beste Weg", so Forkel. Es sei sicherlich kein schönes Gefühl, oben zu stehen, die Möglichkeit zu haben, eine Spielklasse aufzusteigen, „doch es gibt Situationen im Leben, für die niemand was kann", sagt er und spielt dabei auf Szenario drei und eine vielerorts dann durchaus berechtigt empfundene Ungerechtigkeit an. Ähnlich sieht es auch Markus Lauth, Trainer von Kreisoberligist Schleusingen. Wenngleich er eine Play-Off-Variante durchaus als attraktiv empfindet. Allerdings betont auch er, dass dieses Szenario mit zu viel „Wenn" und „Aber" verbunden ist.


Planungssicherheit gibt es hier ebenfalls nicht. Dass das Gefühl von Sicherheit in diesen Tagen nicht gerade zu den Konstanten zählt, mussten die Schleusinger am Samstag am eigenen Leib erfahren. Aufgrund der neuen Festlegung des Landratsamtes wurde die Jahreshauptversammlung des Sportclubs aus der Burgstadt kurzfristig abgesagt. Auch das Mannschaftstraining findet vorerst nicht mehr statt. Stattdessen hat der Trainer des Aufsteigers seinen Spielern einen individuellen Trainingsplan zukommen lassen. „Das Training beinhaltet selbstverständlich nicht nur Läufe, sondern auch das Training mit dem Balance Pad, der Black Roll oder dem Theraband. Das benutzen wir ohnehin im Training. So können wir die Athletik und die Beweglichkeit der Spieler fördern und fordern", berichtet er. Zudem erwartet der Trainer zwei Mal die Woche eine Rücksprache mit den Spielern. Telefonisch, per WhatsApp und persönlich.


Ähnlich sieht es auch bei anderen Vereinen aus. Die Spieler sollen sich mit individuellem Training fit halten. Von Trainingsplänen für zu Hause hält Schönbrunns Trainer Dirk Forkel dagegen nicht viel. „Da macht doch eh keiner was. Komm heute nicht zum Training, geh selbst laufen, gehört im Übrigen zu den besten drei Ausreden im Amateurbereich", berichtet er. Ob andernorts Mannschaften weiterhin gemeinsam trainieren, ist nicht auszuschließen. Der Begriff der Versammlung ist immerhin sehr dehnbar. Ähnlich sieht es auch Falk Kirchner von der SG Goßmannsrod/ Oberland bei der am Sonntagvormittag das Training ebenfalls abgesagt worden ist. „Wie definiert man so etwas?", fragt er. Wenn es danach ginge, dürfte man auch nicht in den Betrieb oder ins Büro gehen. „Und da gibt es nochmal weit mehr Leute, mit denen man in Kontakt kommt als mit zehn, elf Mann beim Training. Ich sehe das etwas problematisch", sagt er. Weiterhin auf dem Platz trainieren und das Risiko eingehen, dass jemand juristisch gegen den Verein vorgeht, wolle man jedoch nicht eingehen. Auch wegen dieses Themas glüht bei KFA-Vorsitzendem Dittmar Börner seit Samstag der Draht seines Telefonapparats. Doch mehr als Trost spenden kann Börner in diesen Tagen auch nicht. Wenngleich auch er seine Meinung zu diesem Thema hat. „Wenn wir so weit gehen, dann müssten auch die Kaufhallen geschlossen werden", sagt er.


In Zella-Mehlis stellt sich diese Definitionsfrage zumindest in Sachen Training auf dem Platz inzwischen nicht mehr. Da hat die Stadt bereits am Freitag alle Turnhallen und sogar Sportplätze gesperrt. Das Training der WSG Thüringer Wald Zella-Mehlis, Kreisklasse-Vertreter im KFA Rhön-Rennsteig, wurde am Freitag kurzfristig abgesagt. Ob solche Auflagen auch im Landkreis Hildburghausen folgen?

Generell weiß niemand so recht, wie es weitergeht, und welche Einschränkungen möglicherweise noch kommen werden. Für Dittmar Börner gibt es jedoch schon jetzt kaum eine andere Alternative als einen Saisonabbruch. Doch dazu wolle man sich im KFA Südthüringen Ende März nochmal gemeinsam beraten. Bis dahin bleibt Börner in Kontakt mit Funktionären anderer Fußballkreise im Freistaat. Wie er die fußballfreie Zeit ansonsten nutzt? „Ich habe noch einen Berg Papierkram auf dem Schreibtisch liegen. Es gibt immer was zu tun", sagt er. Langweilig wird es jedenfalls nicht so schnell.


Wenngleich Daniel Eppler vom SV 07 Milz angesprochen auf die fußballfreie Zeit und ruhende Sportplätze mit seiner Aussage „Es ist ein sehr komisches Gefühl" wohl vielen aus der Seele sprechen dürfte. Leer gefegt: Auch in Schönbrunn und in Sachsenbrunn hat das neue Virus Auswirkungen auf das Leben. König Fußball muss aussetzen. Die Folge: Auch hier bleiben die Einnahmen aus. „Wobei ich denke, dass es bei uns im Amateurfußball immer noch geht", so Falk Kirchner, Mannschaftsleiter von Kreisoberligist SG Goßmannsrod/Oberland. Bei der Spielgemeinschaft erziele man nicht in jedem Heimspiel einen Gewinn. „Prinzipiell bezahlen wir mit den Einnahmen die Schiedsrichter", so Kirchner.


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 16.3.2020



Kommentar

Vorbilder oder Vollidioten


Von Felix Böhm


Also, eines ist mal ganz klar: Fußball gehört zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben. Ich liebe dieses Spiel, liebe es, darüber nachzudenken, darüber zu reden, darüber zu schreiben, es zu spielen. Zum Glück, denn auch das macht den Sport so großartig, gibt es so viele Fußballverrückte wie mich, die sich ihrem Team, dem Amateurfußball verschrieben haben und selbstverständlich auch gerne in vollen Bundesligastadien sind und ihrem Club zujubeln. Aber – und es war ja irgendwie klar, dass das jetzt kommt – ich habe das Zögern einiger nicht verstehen können, kann nicht nachvollziehen, wie Menschen verantwortungsvolles Handeln scheinbar immer noch „Panikmache" nennen. Sind wir Fußballverrückten so in unserem Kosmos, dass wir denken, die Einhaltung unserer Spielpläne stünde über einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, der Gesundheit von Menschen?

Für mich geht es auch darum zu verstehen, dass man eben nicht immer nur Verantwortung für sich selbst übernehmen muss. „Und wenn ich es habe, wird es nicht so schlimm. Nur wie eine Erkältung", hört man da. Wer nur simple Zusammenhänge versteht, muss feststellen, wie dämlich solche Aussagen sind. „Das Durchschnittsalter der tödlichen Verläufe in Italien liegt bei über 80 Jahren", hört man da ebenfalls. Eine Aussage, so lapidar sie manchmal getätigt wird, sodass man sich schämen darf. Es hört sich manchmal an, als ob es auf diese Menschen gar nicht ankäme. Sie sind ohnehin alt und krank. Manchmal habe ich den Eindruck, als würden einige das als Kollateralschaden betrachten. Pfui, kann ich da nur sagen. Was, wenn es um eure Oma, Mutter, Tante geht?


Nun beraten diejenigen, die halt was zu sagen haben im Fußball, im Sport und überhaupt bei Veranstaltungen über Geisterspiele, Teilnahmebegrenzungen und Absagen. Erster Impuls als ich Geisterspiele hörte? Fand ich gut, verantwortungsvoll. Aber das war eine fromme Illusion, die schnell verpuffte. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach feiern die Fanmassen, die sich vor dem Stadion versammelten nach dem Spiel? Wie bitte? Denkt da eigentlich einer nach? In Paris sollen beim Champions League- Spiel Tausende vor dem Stadion gewesen sein. PSG-Spieler Layvin Kurzawa hüpfte jubelnd in einen Pulk Fans. Diego Costa hustete nach dem Spiel in Liverpool – es sollte wohl ein Witz werden – einen Journalisten mit Absicht an und grinste. Vorbilder? Vollidioten! Andere Veranstalter hatten aufgerufen, bei Tickets schnell zuzugreifen, weil man maximal 999 Tickets hat – Veranstaltungen ab 1000 Personen wurden verboten. Es wird sich lächerlich gemacht über die Entscheidungen derer, die Verantwortung übernehmen.

Ehrlich? Eine Veranstaltung mit 999 durchzuführen ist ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die alles tun, um Gesundheit zu schützen. Scheinbar verstehen einfach zu viele Leute nicht, dass sie auch verantwortlich sind, wie es mit dem Virus, das wie eine Biermarke heißt, weitergeht. Es geht nicht um Panikmache. Für die, die meinen, dass aufgrund relativ geringer Fallzahlen in ihrer direkten Umgebung keine Maßnahmen nötig seien, die haben sich noch nie so getäuscht. Simpelste Mathematik kann aufklären, was passieren wird. Darauf braucht man nicht zu warten. Es geht um Verantwortung für sich und andere. Fußball ist auch für mich die wichtigste Nebensache, aber manchmal nehmen wir uns zu wichtig. Und manchmal gibt es sogar Dinge, die wichtiger sind als Fußball.


Übernehmt Verantwortung und leistet euren Beitrag dafür, dass jeder, der Hilfe braucht, auch die nötige Versorgung bekommen kann. Das ist alles nur solange übertrieben, bis der eigene Großvater am Beatmungsgerät hängt.


Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 14.3.2020

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Vorschau: 1. Kreisklasse

Veilsdorf/Heßberg II vs. SV 1920 Mupperg

Samstag, 24.10.2020 | Anstoß: 15:00 Uhr




Wir danken unseren Sponsoren!







Wir bedanken uns bei
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Letztes Update: 22.10.2020 07:53

Unsere Besten Wünsche zum Geburtstag:


Anstehende Geburtstage

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